Logo

USU mit bestem Ergebnis

Möglinger Unternehmen kann Umsatz und Gewinne auf neue Rekordwerte steigern

Die USU-Gruppe mit Sitz in Möglingen beschäftigt etwa 750 Mitarbeiter. Foto: USU
Die USU-Gruppe mit Sitz in Möglingen beschäftigt etwa 750 Mitarbeiter. Foto: USU

Möglingen. Bei der Möglinger Software-Schmiede USU laufen die Geschäfte trotz der wirtschaftlichen Verwerfungen durch die Coronapandemie wie geschmiert. USU profitiert dabei von der Digitalisierung. „2021 war das beste Geschäftsjahr in unserer über 40-jährigen Unternehmenshistorie“, betont Thomas Gerick gegenüber unserer Zeitung. „Bei Umsatz und Gewinn haben wir neue Rekordzahlen erreicht“, sagt der Kommunikationschef der USU Software AG. Der Anbieter von Software für das IT- und Wissensmanagement aus Möglingen konnte seinen Umsatz um 4,3 Prozent auf den neuen Rekordwert von 111,9 Millionen Euro (2020: 107,3 Millionen Euro) steigern. Die guten Geschäftszahlen spiegeln sich auch bei der Entwicklung der Beschäftigtenzahlen wider: Die USU-Gruppe zählt derzeit 754 Mitarbeiter, Ende 2020 waren es noch 732 Beschäftigte, wie Gerick sagt.

Dabei profitierte USU vom immer beliebteren Software-as-a-Service(SaaS)-Geschäft. Als Dienstleister betreibt USU beim SaaS-Modell sowohl die Software als auch die IT-Infrastruktur für die Kunden. Die Erlöse kletterten hier nach den vorläufigen Geschäftszahlen um 11,5 Prozent auf 10,8 Millionen Euro (2020: 9,7 Millionen Euro). Als Folge konnte das Möglinger Unternehmen das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um etwa 10,2 Prozent auf 10,2 Millionen Euro (2020: 9,2 Millionen Euro) steigern.

Neben dem SaaS-Geschäft sind in den kommenden Jahren die Wartungseinnahmen für die USU-Gruppe von wachsender Bedeutung, da sie wiederkehrende Umsatzerlöse (recurring revenue) darstellen. Die Wartungseinnahmen stiegen 2021 um vier Prozent auf 23,7 Millionen Euro an (2020: 22,8 Millionen Euro). So kletterten die wiederkehrenden Umsatzerlöse 2021 insgesamt um 6,3 Prozent auf 34,5 Millionen Euro (2020: 32,5 Millionen Euro). Dank des anhaltenden Digitalisierungstrends konnte USU 2021 die Beratungserlöse um 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf nunmehr 63,7 Millionen Euro (2020: 60,2 Millionen Euro) ausbauen, was die gute Marktposition des Unternehmens zeigt.

Wegen der Verschiebung vom Einmal-Lizenzgeschäft hin zu SaaS verzeichnete USU erwartungsgemäß rückläufige Lizenzeinnahmen. Diese blieben trotz zahlreicher Lizenzaufträge von Neu- und Bestandskunden in 2021 mit insgesamt zwölf Millionen Euro um 7,5 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres zurück.

Die USU-Gruppe konnte die Profitabilität gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern. Während das bereinigte Ebit (vor Zinsen und Steuern) auf 10,2 Millionen Euro kletterte, baute die USU-Gruppe auf unbereinigter Basis das Ebitda (Gewinn ohne Berücksichtigung von Zinsen, Steuern, Abschreibungen und sonstigen Finanzierungsaufwendungen) im Vorjahresvergleich um 7,6 Prozent auf 14,4 Millionen Euro aus, während der Bruttogewinn (Ebit) um 37,7 Prozent auf 9,7 Millionen Euro zulegte.

Insgesamt verbesserte sich das Konzernergebnis 2021 gegenüber dem Vorjahr signifikant um 23,2 Prozent auf 6,8 Millionen Euro (2020: 5,5 Millionen Euro). Bei einer durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktienzahl von 10523770 Aktien entspricht dies einem Ergebnis pro Aktie von 0,64 Euro nach 0,52 Euro im Jahr 2020.

Als Folge der positiven Ertragsentwicklung stieg das Eigenkapital der Gruppe von 61,8 Millionen Euro (2020) auf 64,4 Millionen Euro zum 31. Dezember 2021 an. Bei einer Bilanzsumme von 116 Millionen Euro belief sich die Eigenkapitalquote Ende 2021 auf 55,5 Prozent (2020: 53,5 Prozent). Im Zuge der Gewinnsteigerung baute USU auch die Konzernliquidität auf 24,3 Millionen Euro (2020: 18,5 Millionen Euro) aus.

USU blickt optimistisch in die Zukunft. „Wir haben einen sehr hohen Auftragsbestand von 65,9 Millionen Euro“, betont Thomas Gerick. Dieser liege 6,5 Prozent über dem Vorjahreswert.

Im laufenden Jahr will USU-Vorstandschef Bernhard Oberschmidt sogar einen Umsatz von 120 bis 125 Millionen Euro erzielen. Dies entspricht am oberen Ende einem Plus von etwa 12 Prozent, bei einem Anteil von 45 Prozent der wiederkehrenden Umsatzerlöse. So will Oberschmidt das Ebit auf bis zu 12 Millionen Euro steigern. Der Vorstandschef, der bereits seit 1996 in der USU-Gruppe tätig ist, bestätigte zudem die Mittelfristplanung. Demnach soll der Konzern in den nächsten Jahren ein durchschnittliches organisches Umsatzwachstum von zehn Prozent erzielen. Die Ebit-Marge soll sich dabei auf 13 bis 15 Prozent verbessern.

Negative Auswirkungen aufs Geschäft durch den Ukraine-Krieg und die ausgeweiteten Sanktionen gegen Russland erwartet USU derzeit nicht. „Russland hat nur einen marginalen Anteil an unserem Umsatz“, betont Gerick.

Autor: