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VR-Bank Ludwigsburg formiert sich

Fusionsgespräche für eine neue große Bank im Landkreis Ludwigsburg starten – „Verschmelzung auf Augenhöhe“

Sie streben eine Fusion an. Die Bankvorstände fürs Foto ohne Maske, dafür aber in einem gut durchlüfteten Gewächshaus (von links): Thomas Palus, Urban Krappen, Heiko Herbst, Joachim Sandner, Klaus Schönthaler, Timm Häberle und Frank Kraaz. Foto: Alfr
Sie streben eine Fusion an. Die Bankvorstände fürs Foto ohne Maske, dafür aber in einem gut durchlüfteten Gewächshaus (von links): Thomas Palus, Urban Krappen, Heiko Herbst, Joachim Sandner, Klaus Schönthaler, Timm Häberle und Frank Kraaz. Foto: Alfred Drossel

Möglingen/Ludwigsburg/Besigheim. Die Stimmung ist bestens unter den Vorständen der VR-Bank Neckar-Enz, der Volksbank Ludwigsburg und der VR-Bank Asperg-Markgröningen. Die Führungskräfte der drei Genossenschaftsbanken zeigen sich am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz – coronabedingt in einem gut durchlüfteten Gewächshaus in Vaihingen-Ensingen – in freundschaftlicher Verbundenheit und entschlossen, ihre Geldinstitute in eine sichere Zukunft zu führen. Deshalb planen sie jetzt die Fusion ihrer Häuser zur VR-Bank Ludwigsburg, die im November 2021 an den Start gehen soll.

„Eine neue Bank – eine große Kreisbank – soll entstehen“, sagt Thomas Palus, der Chef der Volksbank Ludwigsburg. Unkenrufen, dass Banken nicht mehr benötigt würden, erteilt er eine klare Absage. Nach wie vor seien Geldhäuser für die Verbraucher nötig, etwa, um die Finanzierung einer Wohnung oder der Altersvorsorge zu regeln. Das wolle die neue VR-Bank Ludwigsburg nicht den großen Internetunternehmen überlassen. Ein weiteres Ziel sei, die Digitalisierung beim Service der Bank voranzutreiben. „Alles was wir bei Amazon machen, wird in der Finanzwelt weitergehen“, gibt Palus die Richtung vor, die die neue Bank einschlagen wird.

Timm Häberle, der Vorstandschef der VR-Bank, bekräftigt als Motiv für die Dreierfusion das bereits vor 25 Jahren formulierte genossenschaftliche Prinzip: Ein Markt – eine Bank. Das werde jetzt im Landkreis Ludwigsburg umgesetzt. „Wir haben einen starken Wirtschaftsraum, da muss eine starke Bank entstehen“, erklärt Häberle. Die Geschäftsgebiete der drei Banken passten wie bei einem Puzzle perfekt zusammen, hätten über 520000 Einwohner und deckten fast den ganzen Landkreis Ludwigsburg ab. „Es entsteht eine Bank, die sicherstellt, dass es der Region auch in Zukunft gutgeht“, verspricht Häberle, der vom Erfolg einer fusionierten VR-Bank Ludwigsburg überzeugt ist. „Wir haben das gleiche Zukunftsbild, das ist ein Erfolgsfaktor“, betont er. Er formuliert auch einen emotionalen Aspekt des Fusionsvorhabens: „Es passt nicht nur von den Zahlen her, sondern auch vom Herzen.“

Die Zusammensetzung des Vorstands der neuen Bank steht noch nicht fest. Sie soll bei den Fusionsgesprächen mit den Aufsichtsgremien der drei Genossenschaftsbanken beraten und beschlossen werden. „Es wird keine Über- oder Unterordnungen geben“, sagt Urban Krappen, der Chef der VR-Bank Asperg-Markgröningen. Die Verschmelzung der Banken erfolge auf Augenhöhe. Allen drei Geldhäusern gehe es wirtschaftlich gut. Keines brauche die Stärke des anderen. Jedes Haus bringe sich gleichermaßen ein, um gemeinsam etwas Neues zu schaffen.

Für die gut 235000 Kunden, die die fusionierte Bank haben wird, werde sich kaum etwas ändern, bekräftigen die Vorstände. Die neue Bank werde keinen zentralen Sitz haben, sondern eine dezentrale Struktur. Die Vorstände werden den angestammten Standortgemeinden als Repräsentanten verbunden bleiben. Die Kunden sollen ihre bekannten Ansprechpartner behalten. Mit der geplanten Verschmelzung reagieren die drei Genossenschaftsbanken auf die Niedrigzinsen, auf die unabsehbare Risikokostenentwicklung infolge der Coronakrise und die hohen Kosten für die Regulatorik. Für die Zukunft sind die Fusionspartner optimistisch. Gemeinsam verfügen sie über ein Eigenkapital von 500 Millionen Euro. Das ist ihrer Einschätzung nach ein starkes Bollwerk gegen externe Risiken.

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