Kids & Co
Ludwigsburg | 23. September 2014

Petra Baumann

1.) Womit können werdende Mütter ihrem Kind in der Schwangerschaft etwas Gutes tun? 

Worauf sollte sie besser verzichten und warum? Gut ist auf jeden Fall eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse. Ich rate immer dazu, beim Essen auf sein Gefühl und den eigenen Körper zu hören. Es bringt nichts, sich etwas aufzuzwingen, wovon Andere sagen, es sei gesund. Oft entwickeln die Frauen Gelüste auf genau die Nahrungsmittel, die ihnen in der Schwangerschaft gut tun. Rohmilchprodukte und rohes Fleisch sollten sie allerdings vermeiden, da sie nicht sicher sein können, ob darin enthaltene Bakterien dem Baby schaden. Genussgifte wie Alkohol und Nikotin sind natürlich ebenfalls tabu. Auch von einer sehr einseitigen Ernährung mit zu viel Fett und Zucker ist abzuraten.

Super ist dagegen viel Bewegung an der frischen Luft. Wer sonst gerne Sport treibt, muss damit auch in der Schwangerschaft nicht aufhören. Auch hier sollten Frauen einfach auf die Signale ihres Körpers hören, um sich nicht zu überanstrengen. Wer darüber hinaus Stress vermeidet, tut sich und seinem Kind etwas Gutes. Bei Problemen und Fragen gilt: Am besten direkt Hilfe bei einer Hebamme, einer Beratungsstelle oder einem Arzt holen.

2.) Was sind typische Beschwerden, mit denen Schwangere rechnen müssen und was können sie dagegen tun?

Schwangerschaftsbeschwerden sind individuell sehr unterschiedlich und jeder Frau hilft etwas anderes. Bei gängigen Beschwerden wie Übelkeit können die betroffenen Frauen beispielsweise versuchen, schon morgens vor dem Aufstehen noch im Bett eine Kleinigkeit zu sich zu nehmen. Bei Sodbrennen kann es helfen, Mandeln zu kauen. Die Liste bewährter Hausmittelchen kann man endlos fortsetzen. Ich empfehle immer, sich bei Beschwerden vertrauensvoll an eine Hebamme zu wenden. Häufig kennt die viele Naturheilmittel und sonstige Hilfen. Man sollte sich wegen eventueller Beschwerden jedoch nicht schon im Voraus verrückt machen. Es gibt auch immer wieder Frauen, die gar keine Probleme haben,

3.) Was kann der Partner tun, um die werdende Mutter bestmöglich zu unterstützen? Am wichtigsten finde ich es, in der Schwangerschaft immer ein offenes Ohr für die Partnerin zu haben, Interesse zu zeigen – zum Beispiel auch, indem er sie zu den Untersuchungen begleitet – und sich immer wieder Zeit zu zweit zu nehmen. Auch nicht alles persönlich zu nehmen, kann in dieser Zeit von Vorteil sein.

Noch wichtiger wird die Unterstützung des Partners aber nach der Geburt. In der ersten Zeit sollte er die frischgebackene Mutter gegen Stress und auch zu viel Besuch abschirmen und sie rundum entlasten. Schön finde ich es auch, wenn der Partner eine feste Aufgabe übernimmt wie zum Beispiel, das Baby zu baden. Diese Regelung hat zwei Vorteile: Erstens bekommt die Mutter so etwas Zeit nur für sich, in der sie Kraft tanken kann, zweitens stärkt die Zeit zu zweit, nachhaltig die Bindung zwischen Vater und Kind.

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