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Regionalversammlung

Kopf-an-Kopf-Rennen von CDU und Grünen

Bei der Regionalwahl zeichnet sich ein Zweikampf zwischen CDU und Grünen um Platz eins ab. Für die SPD setzt sich die Serie von Niederlagen fort. Sie muss sich mutmaßlich den Freien Wählern geschlagen geben.

Ein Wähler gibt am Sonntag in Ludwigsburg seine Stimme für die Regionalversammlung ab. Foto: Holm Wolschendorf
Ein Wähler gibt am Sonntag in Ludwigsburg seine Stimme für die Regionalversammlung ab. Foto: Holm Wolschendorf

Stuttgart. Der Stuttgarter Regionalverband lässt auf seiner Wahlparty am Sonntagabend im vierten Stock des Kunstmuseums am Kleinen Schlossplatz geschmorte Rinderschulter, gebratenen Lachs und Marktgemüse servieren, als gegen halb zehn die ersten Ergebnisse aus der Landeshauptstadt und den Kreisen Esslingen, Böblingen, Göppingen, Rems-Murr und Ludwigsburg eingehen. Nach 19 von 39 ausgezählten Kommunen deutet sich im Kreis Ludwigsburg ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der CDU und den Grünen um Platz eins an. Da steht es 25,5 zu 22,0 Prozent. Auf Rang drei rangieren die Freien Wähler mit 16,2 Prozent – und erst auf Platz vier kommt die leidgeprüfte SPD mit 13,4 Prozent.

Je länger der Abend dauert, desto enger wird es. Um 22.36 Uhr liegt ein Teilergebnis aus der Stadt Ludwigsburg vor. Hier rangieren die Grünen mit fast 30 Prozent rund neun Prozentpunkte vor der Union. Auch in der Großen Kreisstadt Vaihingen führt die Partei vor den Christdemokraten. Das reicht trotzdem nur für Platz zwei. In Vaihingen setzt sich der OB und Spitzenkandidat der Freien Wähler, Gerd Maisch, durch. Er holt 25,8 Prozent.

Weitere Hochburg der Freien Wähler, die am Abend klar vor den Sozialdemokraten liegen, ist Markgröningen, die Heimat des Kreisfraktionschefs Rainer Gessler. Dort rangieren sie bei 25,6 Prozent der Stimmen.

Der klare Verlierer ist erneut die SPD. Vor fünf Jahren lag die Partei in der Region noch fast gleichauf mit den Grünen, davon kann im Jahr 2019 keine Rede mehr sein. Im Kreis Ludwigsburg schafft sie nur noch mit Mühe 13 Prozent.

Kurz vor Redaktionsschluss dieser Ausgabe spitzt sich das Rennen im Kreis an der Spitze zu. Nach 34 von 39 Wahlbezirken vereint die CDU 24,32 Prozent der Stimmen auf sich, die Grünen kommen auf 22,29 Prozent. In der Landeshauptstadt distanzieren sie die Union zudem deutlich. Doch das vorläufige Endergebnis lässt auf sich warten – auch weil die Wahlbeteiligung hoch ist und wohl bei deutlich mehr als 60 Prozent liegt.

Der Ausgang des Duells hat auch Auswirkungen auf einen wichtigen Posten: den des Regionalpräsidenten. Derzeit ist es der Stuttgarter Christdemokrat Thomas Bopp, als Vertreter der stärksten Partei. Seit Jahren liegt er über Kreuz mit der Regionaldirektorin Nicola Schelling. Sollten sich die Grünen noch durchsetzen, hätten sie das Vorschlagsrecht für den nächsten Regionalpräsidenten. So könnte ein Konfliktherd nach dieser Wahl befriedet werden.

Und wo liegen die anderen Parteien? Die AfD bleibt bei der Regionalwahl im Kreis mutmaßlich mit 9,3 Prozent einstellig. Die FDP lag am späten Abend bei 6,8 Prozent, die Linken bei 3,5 Prozent. Das ist nur wenig mehr als die ÖDP mit 2,57 Prozent hat.

Klar ist, dass die Region weiter dicke Bretter bohren muss. Die S-Bahn, für die sie politisch verantwortlich ist, fährt seit Jahren ihren Pünktlichkeitszielen hinterher. Neue Züge, der elektronische Lotse ETCS und der ganztägige 15-Minuten-Takt sollen das künftig ändern. Im Kreis hat die Region zudem Gewerbeschwerpunkte ausgewiesen, auf denen heimische Unternehmen expandieren sollen. Doch in Schwieberdingen, wo der Automobilhersteller Porsche ein Auge auf eine 15 Hektar große Fläche geworfen hat, muss erst am 14. Juli ein Bürgerentscheid Klarheit schaffen. Der nächste große Wahltag steht also schon fest.

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