Geschichten vom Weihnachtsmarkt
Geschichten vom Markt
LUDWIGSBURG | 10. Dezember 2011

Hier gibt es Alpenglück und Glitzerwelten

Glitzerndes Winter-Wunderland oder zünftiges Hüttenflair? Gegensätzlicher könnten die beiden neuen Einkehrmöglichkeiten auf dem Ludwigsburger Weihnachtsmarkt wohl nicht sein als das Zelt am Holzmarkt und die Almhütte auf dem Marktplatz.

Zünftig geht‘s bei Marion Geyer zu.

Zünftig geht‘s bei Marion Geyer zu.

Bilder: Holm Wolschendorf
Alexander Wenz hat beim Holzmarkt-Zelt auf Weihnachtliches gesetzt.

Alexander Wenz hat beim Holzmarkt-Zelt auf Weihnachtliches gesetzt.

Bilder: Holm Wolschendorf

Adi Karim und Alexander Wenz, die seit rund fünf Jahren das Lavazza am Holzmarkt führen, haben sich mit ihrem Wintergarten auf dem Rondel am Holzmarkt einen Traum erfüllt. Und was für einen!
Kein Weg führt beim Betreten des wohlig warm beheizten Zeltes an den fast lebensgroßen Krippenfiguren vorbei. Der Blick wandert weiter und bleibt an geschmückten Tannen hängen, die von Kunstschnee in winterliches Weiß gehüllt werden. Von der Zeltdecke hängen üppig glitzernde Kronleuchter herab. Glitzer und Glammer im Innern werden nur getoppt vom illuminierten Obelisk draußen, der schon von Weitem zu sehen ist.
Neue Perspektiven erhalten die Gäste, die einen Platz im Innern ergattern, sich selbst kreierten Glühwein, heiße Schokolade aus Italien oder Flammkuchen aus dem Elsass schmecken lassen. Durch die bodentiefen Scheiben sieht die Welt plötzlich ganz anders aus. Autos fahren langsam mit winkenden Insassen vorüber – schließlich ist nur Tempo 10 erlaubt – und Schauer lassen einen ziemlich kalt.
Im Gegenteil ist es richtig gemütlich, wenn Regen oder Hagel im Stakkato auf das Zeltdach prasseln. Kein Wunder, bläst doch ein Öl-Generator warme Luft in dieses üppige Winter-Wunderland hinein. 200 Euro lassen sich Adi Karim und Alexander Wenz es sich täglich kosten, das rund 160 Quadratmeter große Zelt zu beheizen. „Wir fanden den Kreisverkehr zu schade, als dass er brachliegt“, erinnert Adi Karim sich daran, wann die Idee zur Belebung des Holzmarktes ihren Anfang nahm.
Viele sehnsüchtige Blicke richteten die beiden Gastwirte auf dieses sonnige Plätzchen, träumten zunächst von einem begehbaren, 18 Meter hohen Tannenbaum und einem orientalischen Beduinenzelt. In Martin Boy von der Stadt Ludwigsburg fanden sie einen Unterstützer, so dass ihr Konzept schließlich innerhalb von sechs Wochen in die Tat umgesetzt wurde.
Herausgekommen ist eine „Verrücktheit“, wie Karim es nennt. „Sie ist auf Anhieb mit Begeisterung aufgenommen worden“, schwärmt er von der positiven Resonanz der Gäste. „Ich habe den Eindruck, dass der Holzmarkt jetzt enger an die Innenstadt gerückt ist“, ist Alexander Wenz überzeugt. Für eine Neuauflage in 2012 sehen die beiden Gastwirte durchaus Potenzial. Wenn da nicht dieser Wermutstropfen wäre: Der Ausflug in die Glitzerwelt endet nämlich ziemlich abrupt am frühen Abend, wenn alle Stände schließen.
Auf der Alm gibt es keine Sünde, in der Holzhütte auf dem Marktplatz schon. Allerdings ist diese kulinarischer Natur, nämlich wenn der Käse im Raclettepfännchen schmilzt und der Zuckerwürfel in der Feuerzangenbowle zu glühen beginnt.
Marion Geyer, im normalen Leben Fitnesstrainerin, tauscht vier Wochen lang ihre Sportschuhe gegen Dirndl und Lederhose und führt in der Almhütte die Regie. Sie und ihre Kollegen tischen Deftiges auf, füttern die Musikanlage mit Musik der Klostertaler und ihren Kollegen aus den Alpen. „Es macht totalen Spaß“, outet sich Marion Geyer als Fan von Oktoberfest, Weißwurst und zünftiger Schunkelmusik.
Einige Gäste kneifen sich, wenn sie die Stufen bis zur Eingangstür erklommen und die Hütte betreten haben. Hier ist alles aus Holz, rot-weiß karierte Gardinen zieren die kleinen Fenster, Herzen und Hirsche unterstreichen das alpenländische Flair. Im Kaminofen flackern die Flammen eines Holzfeuers. Romantischer geht’s nimmer.
In der zünftigen Skihütte, die im Allgäu angefertigt wurde, finden rund 30 Gäste Platz. Roland Cantz, Inhaber des Enui auf der Seestraße, und Klaus Holzwarth haben die Hütte nach ihren Wünschen anfertigen lassen. Beide sind seit Jahren auf dem Weihnachtsmarkt vertreten und wollten den Besuchern in diesem Jahr etwas Neues bieten.
Von einer kleinen Terrasse aus lässt sich das Geschehen auf dem Weihnachtsmarkt verfolgen, außerdem gibt es einen Ausschank unter freiem Himmel. Der Renner ist auch dort die Feuerzangenbowle, die in einem Pokal aus Ton ausgeschenkt wird, so Marion Geyer.
Einen Ausflug auf die Alm unternehmen in der Vorweihnachtszeit auch viele Gruppen, die sich einen Platz am warmen Kaminofen reservieren lassen. Ob Weihnachtszelt oder Almhütte: In beiden ist ab 21 Uhr Schluss.

Marion Blum
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