Ludwigsburg | 25. Juli 2016

Neuer Standort für Steinskulptur

Albrecht Dautel, Bürgermeister von Walheim und Mitglied des PKC-Kuratoriums, hat sich bereiterklärt, die Skulptur zu übernehmen, steht in seinem Ort doch bereits Gubis‘ letzte Arbeit, der „Weltstuhl“ (siehe unten). In Freudental hingegen empfinden Mitglieder und Besucher des PKC die Steinskulptur als Fremdkörper in dem historischen Gebäudeensemble aus Synagoge, Judenschlössle und Rabbinat – in einem Antrag sollte der Landkreis gebeten werden, für das Kunstwerk einen anderen Standort zu suchen als diesen für die jüdische Geschichte in Württemberg bedeutenden Gedenkort.

Ein Umzug nach Walheim brächte die „Frau mit vier Brüsten“ in die Nachbarschaft des „Weltstuhls“ von Mihály Gubis. Der ungarische Künstler verlor vor zehn Jahren beim Versuch, die ins Rutschen geratene Steinskulptur festzuhalten, das Leben.
Ein Umzug nach Walheim brächte die „Frau mit vier Brüsten“ in die Nachbarschaft des „Weltstuhls“ von Mihály Gubis. Der ungarische Künstler verlor vor zehn Jahren beim Versuch, die ins Rutschen geratene Steinskulptur festzuhalten, das Leben.
Fotos: Alfred Drossel

Herbert Pötzsch, seit einem Jahr Vorsitzender des PKC, blickte in der Mitgliederversammlung auf eine gute Entwicklung im vergangenen Jahr zurück. Die Mitgliederzahl ist gestiegen auf 305, die Mittel vom Landkreis wurden von bislang 36 000 auf 50 000 Euro angehoben. Zudem erhält das PKC eine höhere institutionelle Förderung vom Kultusministerium: Dieses Jahr zahlt das Land 10 000 Euro mehr aus.

1200 Teilnehmende nahmen Lerntage, Seminare, Projekttage sowie Vorträge und Führungen an 63 Terminen wahr. Zudem gab es 68 Kulturveranstaltungen mit einem breiten Spektrum. Als herausragende Veranstaltung 2015 nannte der Vorsitzende unter anderem einen Zukunftstag über die künftige Ausrichtung des PKC. Große Erwartungen werden demnach an das „Junge PKC“ geknüpft, dessen Lern- und Erlebnisangebote sich an Kinder und Jugendliche richten. Des Weiteren zu nennen sind die Vortragsveranstaltung „Gärten der Wissenschaft“ über die drei monotheistischen Religionen, das Konzert mit Giora Feidman, der Studientag zum Thema „Terror hat keine Religion“ und die Enthüllung einer Ehrentafel mit den Namen gefallener jüdischer Soldaten des Ersten Weltkriegs.

Isolde Siegers, die gemeinsam mit Barbara Schüßler die Geschäfte des PKC leitet, berichtete über Entwicklungen, Projekte und Veranstaltungen. Eines der laufenden Projekte betrifft die Akustik im PKC. Als erste Maßnahmen wurden schalldämmende Bänke aufgestellt, weitere Unternehmungen sollen folgen. Bereits abgeschlossen ist die Umsetzung des Brandschutzes.

Ein anderes Projekt ergänzt die Arbeit des von der Gemeinde Freudental eingerichteten Arbeitskreises „Erinnern und Gedenken“. Lukas Schultze-Melling, der ein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur im PKC absolviert, sammelte und dokumentierte „Freudentaler Fluchtgeschichten früher und heute“. Insgesamt 13 Interviews hat er mit Menschen geführt, die in Freudental ein neues Zuhause fanden.

Das PKC erreichte 2015 fast eine Punktlandung, berichtete Schatzmeister Hans-Michael Grimm. „Wir leben natürlich stark von institutionellen Zuschüssen“, resümierte er das Zahlenwerk, das Einnahmen und Ausgaben in Höhe von knapp 290 000 Euro mit einem fast vierstelligen Überschuss ausweist.

Silvia Haiduk
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