28. März 2011

Jetzt soll’s klappen: Musik für jedes Kleinkind in Ludwigsburg

Stadt will Früherziehung im nächsten Schuljahr ausbauen – Neue Stiftung hilft

Ein Anfang mit einfachen Mitteln: musikalische Früherziehung.
Ein Anfang mit einfachen Mitteln: musikalische Früherziehung.
Bild: Holm Wolschendorf

Im vergangenen Jahr war der Plan für eine flächendeckende musikalische Früherziehung noch gescheitert – an der Sorge der Lokalpolitik, dass das Geld der Stadt dafür nicht ausreicht. Jetzt springt eine Stiftung ein. Und die Eltern sollen etwas mehr beisteuern als bisher geplant.
Wo legt die Politik am besten das Geld an, das sie für Bildung und Betreuung ausgeben will? Bei der Suche nach einer Antwort gilt heute eine Faustregel als allgemein anerkannt: Je früher Kinder gefördert werden, desto größer der positive Effekt. Bedeutung gewinnt dies für die Politik vor allem mit Blick auf Kinder aus den sozial schwächeren Bevölkerungskreisen. Denn dort sind die Möglichkeiten, den Kleinkindern daheim wichtige Anreize für ihre Entwicklung zu geben, oft beschränkt. Ein „Selber-Musizieren“ gilt als einer dieser wichtigen Anreize. Wer dies nutzen will, der muss schon in den Kindertagesstätten entsprechende Angebote einführen. An einem flächendeckenden Konzept arbeitet die Stadt seit über zwei Jahren. Nachdem 2010 ein erster Anlauf gescheitert war, soll es jetzt nach der Sommerpause losgehen. Morgen und übermorgen beraten die Stadträte in zwei Ausschüssen des Gemeinderats über dieses Ziel: Bis 2015 soll es an allen Kindertagesstätten sowie in allen ersten und zweiten Klassen der Ludwigsburger Grundschulen eine musikalische Früherziehung geben. Wobei in der Stadt nicht alles bei null beginnt. Es gibt bereits eine ganze Reihe von Einzelprojekten. Und seit dem vergangenen Jahr bieten über ein neues Landesprogramm neun Ludwigsburger Kindertagesstätten einmal pro Woche eine musikalische Früherziehung. Das Land bezahlt Lehrkräfte der hiesigen Jugendmusikschule, die in die Kitas gehen. Nach diesem Rezept soll auch das eigene Ludwigsburger Förderprogramm ablaufen, wobei neben der Musikschule auch der Stadtverband der Musik- und Gesangvereine an Kitas und Grundschulen aktiv werden will. Im vergangenen Jahr bezweifelte die Lokalpolitik noch, ob genug Geld für ein derart ambitioniertes Projekt langfristig zur Verfügung gestellt werden kann. Jetzt sieht das Finanzierungskonzept stabiler aus. Zum einen gibt die Ruprecht Stiftung ein Startkapital von 50 000 Euro (siehe auch Text unten). Dann will die Stadt anstatt der einst geplanten fünf Euro Elternbeitrag pro Monat jetzt 7,50 Euro verlangen, also 90 Euro im Jahr. Und drittens gibt es inzwischen ein dickes Bildungspaket der Bundesregierung. Musikalische Früherziehung dürfte zu den Dingen gehören, für die einkommensschwache Eltern Geld bekommen sollen. Ab 2015, also bei voller Abdeckung an den Kitas und Grundschulen, erwartet die Stadtverwaltung Kosten von knapp 50 000 Euro pro Jahr. Die ersten drei Jahre soll das Geld der Ruprecht Stiftung gemeinsam mit den Elternbeiträgen die Finanzierung sichern, danach muss die Stadt nach dieser Berechnung pro Jahr 25 000 Euro beisteuern.

PETER MAIER-STEIN
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