Analyse
Ludwigsburg | 21. April 2017

Steelers kommen sich vor wie in einem schlechten Film

Kevin Gaudet kam sich vor wie in der Film-Komödie „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Ein Vergnügen war es für den Trainer des Eishockey-Zweitligisten SC Bietigheim-Bissingen wahrlich nicht: Brett Jaeger verursachte mal wieder Kopfschmerzen, das Happy End blieb aus.

„Er ist einfach immer da und hält alles“, verzweifelte Gaudet am Mittwochabend schon fast an den Künsten des Torhüters der Löwen Frankfurt. Der 34-Jährige hat in der Finalserie der Deutschen Eishockey-Liga 2 bislang ganz wesentlich dazu beigetragen, dass die Hessen im Sauseschritt auf die Meisterschaft zusteuern.

Denn der ehemalige Erstligist entschied die ersten drei Play-off-Duelle mit den Steelers mehr oder weniger deutlich für sich und kann bereits heute Abend um 19.30 Uhr mit Sieg Nummer vier in der mit 7000 Zuschauern längst ausverkauften Eissporthalle am Frankfurter Ratsweg den Triumph perfekt machen.

Löwen-Stürmer C.J. Stretch, der auch am Mittwoch beim 4:2-Sieg in Bietigheim wieder traf, strahlt puren Optimismus aus: „Unser Konzept für die Spiele steht. Am Ende kommt der Sieger aus Frankfurt!“

Die Hessen strotzen geradezu vor Selbstbewusstsein, das sich von den Auftritten in den ersten drei Spielen nährt. Ein tief besetzter Kader, präzises Pass-Spiel, höchstes Tempo und ein schnelles Umschaltspiel sind die Trümpfe, die bislang stechen. „Zudem sind sie unheimlich effizient“, stellte Gaudet fest.

Frankfurts Lebensversicherung aber steht zwischen den Pfosten und heißt Brett Jaeger. Der nur 1,77 m große Keeper mit der Nummer 30 gewann 2014 mit Bremerhaven die Meisterschaft (im Finale gegen die Steelers!) und sorgte bislang dafür, dass es Bietigheim noch nicht gelang, auch nur einmal die Führung zu erobern.

„Das erinnert mich an unsere Finalserie vergangenes Jahr gegen Kassel“, merkte Gaudet an. „Da war es deren Keeper Markus Keller, der herausragend gehalten hat.“ Keller wurde schließlich zum wertvollsten Spieler der Play-offs gekürt.

Eine weitere Parallele zum Vorjahr wollen die Steelers diesmal unbedingt vermeiden: Vier Finalspiele, vier Niederlagen. Zumindest ein weiteres Heimspiel am Sonntag (17 Uhr, Ege Trans-Arena) wollen Kapitän Adam Borzecki und Co. heute Abend erzwingen.

An der Moral und Einstellung mangelte es bislang jedenfalls nicht. Gaudet: „Wir haben wirklich alles gegeben.“ Aber ohne die verletzten Leistungsträger Freddy Cabana und David Wrigley steht der Vizemeister in Frankfurt erneut vor einer Herkulesaufgabe und könnte sich am Ende einmal mehr wie in einem schlechten Film vorkommen.

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