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Verbindungen nach Russland

Bundesregierung lehnt Sanktionen gegen Schröder ab

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung lehnt Sanktionen gegen Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) wegen seines Russland-Engagements ab. «Die Bundesregierung, auch die Bundeskanzlerin sieht keine Veranlassung, Überlegungen dieser Art anzustellen», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin.

Kompressorstation von Nord Stream
Wladimir Putin (M.), Gazprom-Chef Alexej Miller (r.) und Gerhard Schröder, Vorsitzender des Aktionärsausschusses von Nord Stream, besichtigen eine Kompressorstation. Foto: Alexey Nikolsky/Ria Novosti
Ostsee-Pipeline
Für die Ukraine ein Stein des Anstoßes: Die Ostsee-Gaspipeline von Russland nach Deutschland. Foto: Ria-Novosty
Schröder und Putin
Alte Freunde: Gerhard Schröder begrüßt im April 2004 Wladimir Putin in Hannover. Foto: Holger Hollemann
Protest gegen Schröder
Protest gegen die guten Beziehungen des Altkanzlers zu Wladimir Putin: «Lupenreiner Deal Herr Schröder Krim gegen Aufsichtsrat». Foto: Britta Pedersen
Schöder-Geburtstag
Umarmung zum 70. Geburtstag des Altkanzlers: Wladimir Putin (M.) gratuliert seinem Duzfreund Gerhard Schröder. Foto: Anatoly Maltsev/EPA

Zuvor hatte der ukrainische Außenminister Pawel Klimkin Sanktionen gegen Schröder ins Spiel gebracht, der Aufsichtsratschef des russischen Energiekonzerns Rosneft ist. «Gerhard Schröder ist für Putin weltweit der wichtigste Lobbyist. Es sollte deshalb geprüft werden, wie die EU hier handeln kann», sagte Klimkin der «Bild»-Zeitung.

Schröder war nach Ende seiner Kanzlerschaft 2005 zu dem Unternehmen Nord Stream gewechselt, das eine Gasfernleitung von Russland durch die Ostsee direkt nach Deutschland plant. Nord Stream gehört mehrheitlich dem russischen Energiekonzern Gazprom. Das Projekt wird von Kiew heftig kritisiert, weil es Russland ermöglichen soll, Gas direkt nach Westeuropa zu exportieren, ohne dass die Ukraine als Transitland darauf Zugriff hat. 2017 wurde Schröder zum Chef des Aufsichtsrates des russischen Energiekonzerns Rosneft gewählt.