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USA bald wieder offen

Trump will USA bis Ostern wieder im "Normalbetrieb" sehen

Die Coronavirus-Krise setzt den USA immer mehr zu. Doch US-Präsident Trump verspricht bereits Besserung und eine Rückkehr zur Normalität innerhalb weniger Wochen. Ist das etwas voreilig?

Donald Trump
US-Präsident Donald Trumpverspricht der amerikanischen Bevölkerung eine baldige Erholung von der Coronavirus-Krise. Foto: Alex Brandon/AP/dpa

Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump will die Vereinigten Staaten wegen der Coronavirus-Krise nicht über lange Zeit stilllegen - aus Angst vor einer Rezession.

«Wir müssen dieses Land öffnen», sagte Trump dem Fernsehsender Fox News. «Wir müssen wieder an die Arbeit gehen.» Er hoffe, dass die USA bis Ostern - also Mitte April - wieder im Normalbetrieb laufen könnten.

Die wirtschaftlichen Folgen der weitreichenden Maßnahmen zur Bekämpfung der Epidemie könnten «ein Land zerstören», warnte Trump. Die weitgehende Stilllegung des öffentlichen Lebens und die Schließung von Geschäften sei für die Wirtschaft verheerend. Das Land wegen des Coronavirus in eine «massive Rezession» oder gar «Depression» zu stürzen, könnte letztlich mehr Menschenleben kosten als die Epidemie an sich.

Zehntausende Menschen stürben jedes Jahr infolge der Grippe und durch Autounfälle, aber niemand wolle deswegen das ganze Land stillegen, sagte er. Trump ließ erneut erkennen, dass er die weitgehende Stilllegung des Landes möglichst bald wieder aufheben will, zumindest in weniger von der Epidemie betroffenen Landesteilen.

Die von der Regierung zunächst für zwei Wochen angeordneten Einschränkungen enden am kommenden Montag. Danach werde die Lage geprüft und es könne eventuell noch «ein bisschen mehr Zeit» geben, sagte Trump. Die gegenwärtig angeordnete Isolierung vieler Menschen zu Hause werde auch zu «Tausenden Selbstmorden» führen, warnte er.

«Unser Land will wieder an die Arbeit», sagte Trump. «Diese Heilung ist schlimmer als das Problem.» Er mahnte: «Mehr Menschen werden sterben, wenn wir zulassen, dass es so weitergeht.»

Die Zahl der Todesopfer durch das Coronavirus in den USA ist in den vergangenen Tagen rasant gestiegen und erreichte am Dienstag die Grenze von 600. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität hervor. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 in den USA lag diesen Angaben zufolge bei rund 50 000. Damit rangieren die USA bei der Zahl der bestätigten Fälle an dritter Stelle - hinter China und Italien. Experten zufolge steht den USA das Schlimmste noch bevor. Die Weltgesundheitsorganisation schließt nicht aus, dass die USA das neue Epizentrum der Pandemie werden könnten.

Wie in vielen anderen Staaten wurden in den USA regional Ausgangsbeschränkungen verhängt, ebenso nationale Einreiseverbote. Das öffentliche Leben ist zum Großteil zum Erliegen gekommen. Viele Geschäfte, Schulen und Betriebe wurden vorübergehend geschlossen, Veranstaltungen reihenweise abgesagt und größere Menschenansammlungen verboten. Das macht der Wirtschaft des Landes schwer zu schaffen. Das genaue Ausmaß der Verwerfungen der Coronavirus-Pandemie in den USA ist noch nicht absehbar. Viele Analysten befürchten inzwischen aber einen dramatischen wirtschaftlichen Einbruch im zweiten Quartal und eine Rezession aufs ganze Jahr betrachtet.

Trumps Regierung und seine Republikaner verhandeln derzeit mit den Demokraten im US-Kongress über ein billionenschweres Konjunkturpaket als Antwort auf die Corona-Krise. Der US-Präsident hat bereits signalisiert, dass er auch zu weiteren Konjunkturpaketen bereit sei, falls das aktuelle nicht ausreichen sollte. In den USA wird im November gewählt, und Trump bewirbt sich um eine Wiederwahl - eine Rezession käme ihm da wohl höchst ungelegen.

Bereits am Montagabend (Ortszeit) hatte Trump bei einem Auftritt im Weißen Haus der amerikanischen Bevölkerung eine baldige Erholung von der Corona-Krise in Aussicht gestellt. «Die Beschwernisse werden enden, sie werden bald enden», sagte Trump dort. «Amerika wird bald wieder offen sein für Geschäfte.» Und dies werde früher sein als erst in drei oder vier Monaten. Das normale Leben werde zurückkehren und die Wirtschaft werde sich erholen. «Wenn es nach den Ärzten ginge, würden sie vielleicht sagen: Lasst es abgeschottet, lasst uns die die ganze Welt abschotten.» Für eine Wirtschaftsmacht wie die USA sei das aber langfristig keine Lösung.

Am schwersten getroffen durch das Coronavirus ist in den USA der Bundesstaat New York an der Ostküste. Der dortige Gouverneur, Andrew Cuomo, schlug angesichts stark steigender Infektionszahlen Alarm. Der «dramatische Anstieg» auf nun mehr als 25 000 bestätigte Fälle in dem Bundesstaat sei «beunruhigend und astronomisch», sagte Cuomo am Dienstag. Im Moment verdoppelten sich die Zahlen alle drei Tage, die Mittel der Behörden seien mit den Ausgangsbeschränkungen weitgehend erschöpft. «Wir verlangsamen (die Ausbreitung) nicht und die Beschleunigung passiert von selbst».

Zu Trumps Versprechen einer baldigen Erholung und zu einem möglichen Ende der geltenden Beschränkungen sagte Cuomo: «Kein Amerikaner wird sagen: «Bring die Wirtschaft für den Verlust von Menschenleben in Gang».»