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Historische Wahl
Ungarn stimmen über neues Parlament ab

Parlamentswahl in Ungarn
Peter Magyar macht nach seiner Stimmmabgabe in einem Budapester Wahllokal das Victory-Zeichen. Foto: Denes Erdos
Parlamentswahl in Ungarn
Eine Frau gibt am Morgen ihre Stimme in einem Wahllokal in Budapest ab. Foto: Denes Erdos
Vor der Parlamentswahl in Ungarn - Anti-Regierungskonzert
Ministerpräsident VIktor Orban muss bei der Wahl in Ungarn um seine Macht bangen. Foto: Denes Erdos
Es ist eine Richtungswahl, die über die künftige Ausrichtung des Landes in der Mitte Europas entscheidet. Orban hat es an Moskau angebunden, Magyar verspricht eine erneuerte Partnerschaft mit der EU.

Budapest. In Ungarn hat am Sonntagmorgen die Parlamentswahl begonnen. Die Abstimmung gilt als wichtigste Wählerentscheidung seit der demokratischen Wende 1989/90. Ihr Ausgang entscheidet darüber, ob Ministerpräsident Viktor Orban ein weiteres Mandat erhält oder die Macht verliert. 

Jüngsten Umfragen zufolge hat Orbans Herausforderer Peter Magyar gute Chancen auf einen Wahlsieg. Der 45-jährige Magyar ist ein ehemaliger Gefolgsmann Orbans, der demonstrativ mit ihm gebrochen hat. Mit der bürgerlichen Tisza-Partei hat er eine Oppositionskraft geschaffen, die eine Wende verspricht und große Beliebtheit erlangt hat. 

Parlamentswahl in Ungarn
Auch Ministerpräsident Viktor Orban hat seine Stimme bereits abgegeben. Foto: Petr David Josek

Bereits am Morgen gaben Orban und Magyar in Budapest ihre Stimme ab. Orban erklärte nach der Stimmabgabe vor Journalisten, dass er seinem Herausforderer Magyar gratulieren würde, sollte dieser die Wahl gewinnen. Auf die Frage, welches Ausmaß eine Niederlage seiner Partei Fidesz haben müsste, damit er deren Vorsitz niederlegt, sagte Orban kurz: «Ein großes». Magyar betonte, er sei sicher, dass seine Partei die Wahl gewinne. Er erwarte zudem eine «Rekord-Wahlbeteiligung». Drei Stunden nach Öffnung der Wahllokale lag die Wahlbeteiligung landesweit bei 16,89 Prozent und damit deutlich höher als bei der letzten Wahl zum selben Zeitpunkt, als sie 10,31 Prozent betrug.

Der Rechtspopulist Orban hat in den 16 Jahren seiner Regierung einen halb-autoritären Staat errichtet, sein Land auf einen Konfrontationskurs zur EU gesteuert und sich mit Russland und der US-Regierung von Präsident Donald Trump verbündet. Magyar versprach im Wahlkampf, das Land wieder zu einem konstruktiven Partner in der Europäischen Union zu machen.

Parlamentswahl in Ungarn
Die Wahlhelfer sind bereits fleißig bei der Arbeit. Foto: Denes Erdos

Rund acht Millionen Bürger sind wahlberechtigt. Die Wahllokale öffneten um 6.00 Uhr und schließen um 19.00 Uhr. Es gibt keine Wahltagsumfragen und keine Hochrechnungen. Mit aussagekräftigen Teilergebnissen wird am späten Sonntagabend gerechnet.

© dpa-infocom, dpa:260412-930-933419/3