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#FreeBritney

Vater von Britney Spears will als Vormund abtreten

Seit 2008 steht Britney Spears unter der Vormundschaft ihres Vaters. Seit langem kämpft sie dagegen, unterstützt von Promi-Freunden und Fans. Jetzt ist für die Sängerin ein Ende dieser Regelung in Sicht.

Britney Spears
Jamie Spears will als Vormund seiner Tochter Britney zurücktreten - wenn auch nicht sofort. Foto: Chris Pizzello/Invision/AP/dpa
Jamie Spears und Britney Spears
Britney Spears will ihren Vater Jamie Spears, nicht länger als Vormund. Foto: Uncredited/AP/dpa

Los Angeles (dpa) - Jubel und Erleichterung bei den Unterstützern der «Free Britney»-Bewegung: Der Vater von Pop-Sängerin Britney Spears (39) hat angekündigt, als Vormund seiner Tochter zurückzutreten - wenn auch nicht sofort.

Zum «richtigen Zeitpunkt» werde er sich zurückziehen, hieß es in einer Gerichtserklärung von Jamie Spears, die am Donnerstag (Ortszeit) beim Superior Court in Los Angeles eingereicht wurde. Zahlreiche US-Medien veröffentlichten das Dokument. Die Anwälte des 69-Jährigen führen darin weiter aus, dass ein «ordnungsgemäßer Übergang» zur Einsetzung eines neuen Vormunds Bedingung sei.

«Ich freue mich so sehr, diese Nachricht zu hören», schrieb Reality-Star Paris Hilton (40), seit langem mit Spears befreundet, bei Twitter. «Das war so lange überfällig, aber ich bin so froh, dass Britney endlich auf dem Weg ist, frei zu sein.» Sängerin Cher kommentierte, sie könne «glücklicher nicht sein».

Auch zahlreiche Fans von Spears feierten die Nachricht in den sozialen Netzwerken - oft versehen mit dem Hashtag «#FreeBritney», mit dem sich in den vergangenen Monaten viele Unterstützer auf die Seite der Sängerin geschlagen hatten. Bei Anhörungen ziehen Unterstützer häufig vor Gericht auf und fordern mit Sprechchören und auf Plakaten Freiheit für Spears.

Spears selbst postete auf Instagram ohne weiteren Kommentar ein gemaltes Bild, das eine Frau von hinten zeigt. Sie trägt Blumen im Haar, ein Schmetterling fliegt über ihre Schulter. Ein Fan kommentierte das Bild mit den Worten «Wir sind einen Schritt weiter auf dem Weg zu deiner Freiheit». Ein weiterer kommentierte bereits: «Sie ist frei».

Anwalt spricht von einem großen Sieg

Auch der Anwalt von Britney Spears, Mathew Rosengart, wertete die Entwicklung als großen Sieg für seine Mandantin. Jamie Spears solle allerdings sofort als Vormund abtreten, sagte er in einer Mitteilung, die vom Branchenblatt «Variety» veröffentlicht wurde.

Rosengart hatte im Juli vor Gericht die Ablösung ihres Vaters als Vormund der berühmten Tochter beantragt. Er hielt Jamie Spears am Donnerstag laut Mitteilung «beschämende und verwerfliche Angriffe» auf Britney vor. Sie wollten weiterhin prüfen, ob sich der Vater als Vormund in den vergangen Jahren unrechtmäßig am Vermögen seiner Tochter bereichert habe, stellte Rosengart in Aussicht.

Die Anwälte von Jamie Spears betonten dagegen, dass der Vater von Anfang an im besten Interesse der Tochter gehandelt habe. Es gäbe keine eigentlichen Gründe, Spears als Vormund zu entfernen, heißt es in den Gerichtsunterlagen. Er sei aber zur Zielscheibe «ungerechtfertigter» Angriffe geworden und wolle einen öffentlichen Kampf mit seiner Tochter um die Vormundschaft vermeiden.

Die Sängerin steht seit 2008 unter der Vormundschaft ihres Vaters, nachdem sie wegen privater und beruflicher Probleme psychisch zusammengebrochen war. Zunächst verwaltete Jamie Spears das Vermögen und private Anliegen seiner Tochter. 2019 trat er kürzer, blieb aber für die Finanzen zuständig. Um die persönlichen Belange der Sängerin, darunter medizinische Anliegen, kümmert sich als Mit-Vormund Jodi Montgomery.

Angst vor dem Vater

Bei zwei Gerichtsanhörungen im Juni und Juli hatte die Sängerin in emotionalen Ansprachen ihren Vater heftig angegriffen und Vorwürfe gegen ihre Familie, Betreuer und Anwälte erhoben. Sie fühle sich von ihrer Familie und von Managern ausgenutzt. Sie werde von allen kontrolliert und könne selbst nicht über ihr Leben bestimmen, erklärte die Sängerin von Hits wie «Oops!...I Did It Again» oder «Baby One More Time». Sie sei bedroht worden und habe große Angst vor ihrem Vater. Stellenweise brach der Popstar dabei in Schluchzen aus.

Mitte Juli hatte das Gericht der 39-Jährigen erlaubt, ihren eigenen Anwalt zu bestimmen. Als ihr neuer Vertreter beantragte Rosengart umgehend die Ablösung des Vaters als Vormund. Laut Petition soll Jamie Spears durch einen vorläufigen Vormund - den zertifizierten Rechnungsprüfer Jason Rubin - ersetzt werden. Die nächste Anhörung in dem Gerichtsstreit ist für Ende September angesetzt.

© dpa-infocom, dpa:210813-99-823618/5

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