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Anklage gegen Ex-Chef der Geno Wohnbaugenossenschaft

Stuttgart (dpa/lsw) - Wegen der Insolvenz der Geno Wohnbaugenossenschaft hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 51 Jahre alten früheren Vorstandsvorsitzenden erhoben. Ihm wird Insolvenzverschleppung, gewerbsmäßiger Betrug und Untreue zur Last gelegt, wie ein Sprecher in Stuttgart am Donnerstag mitteilte. Der Mann sitzt seit Ende November in Untersuchungshaft.

Justitia
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Archivbild
Stuttgart.

Nach Auffassung der Anklage soll die Genossenschaft spätestens Ende 2014 nicht mehr in der Lage gewesen sein, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Der damalige Vorstandsvorsitzende habe es unterlassen, rechtzeitig einen Insolvenzantrag zu stellen. Außerdem soll er neu beigetretenen Mitgliedern und Altmitgliedern die wirtschaftliche Lage der Genossenschaft nicht wahrheitsgemäß dargestellt haben.

Das Insolvenzverfahren der 2002 gegründeten Geno Wohnbaugenossenschaft mit Sitz in Ludwigsburg war im August 2018 eröffnet worden. Das Geschäftsmodell der Genossenschaft funktionierte so, dass die Mitglieder ähnlich wie in einem Bausparvertrag Geld einzahlten und so Bereitstellungspunkte sammelten. Ab einem bestimmten Punkt konnten sie damit eine Immobilie über die Genossenschaft erwerben und einziehen. Wer nicht in der Lage war, sofort die Gesamtsumme zu zahlen, durfte für eine günstige Miete einziehen und konnte Haus oder Wohnung weiter abstottern.

Über die Zulassung der Anklage muss nun eine Wirtschaftsstrafkammer des Stuttgarter Landgerichts entscheiden. Es werde auch noch gegen weitere frühere Vorstandsmitglieder ermittelt, teilte der Sprecher mit.

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