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Bankautomatensprengung: Urteil gegen mutmaßlichen Komplizen

Beim Versuch, einen Geldautomaten in die Luft zu jagen, werden zwei Männer von der Polizei erwischt. Es fallen Schüsse, einer der beiden mutmaßlichen Räuber stirbt. Nun muss ein Gericht entscheiden, wie es die Taten des angeklagten mutmaßlichen Komplizen beurteilt.

Landgericht Heilbronn
Ein Schild mit der Aufschrift «Landgericht». Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild
Erligheim.

Heilbronn (dpa/lsw) - Nach tödlichen Schüssen auf einen Geldräuber bei einer Bankautomatensprengung in der Nähe von Ludwigsburg könnte das Heilbronner Landgericht noch heute ein Urteil gegen den angeklagten mutmaßlichen Komplizen sprechen. Geplant sind zumindest die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Ein Urteil sei danach denkbar, teilte das Gericht vorab mit.

Einer der beiden Verdächtigen war bei dem nächtlichen Einsatz im vergangenen November in Erligheim (Kreis Ludwigsburg) von der Polizei erschossen worden. Er hatte die Beamten nach Angaben der Staatsanwaltschaft bei der Festnahme angegriffen. Sein mutmaßlicher Komplize steht vor Gericht.

Eine Bankmitarbeiterin hatte einen der beiden Männer nach eigener Aussage beim Ausspähen der Filiale in Erligheim beobachtet und die Polizei alarmiert. Ein Einsatzkommando nahm daraufhin die Sparkasse ins Visier und schlug zu, als die beiden Männer mitten in der Nacht den Geldautomaten sprengen wollten. Der ältere mutmaßliche Täter, ein 58-Jähriger, ging dabei nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit einem Schraubenzieher auf die Beamten los, die geschossen hätten.

Nach ihm war zuvor europaweit worden wegen Geldautomatensprengungen und Einbrüchen gesucht worden. Denn derartige Beutezüge sind keine Seltenheit. Mehr als 40 Mal haben Kriminelle im vergangenen Jahr nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) Geldautomaten in die Luft gejagt. Die Tresore wurden so oft zum Ziel von meist unbekannten Panzerknackern wie nie zuvor. Allerdings gehen die Räuber meistens leer aus. Insgesamt wurden laut LKA etwa 1,5 Millionen Euro gestohlen.

Der angeklagte mutmaßliche Komplize, ein 30-Jähriger aus dem westfälischen Lüdenscheid, wurde nur wenige Minuten später gestellt. Er war bis dahin für die Ermittler ein unbeschriebenes Blatt. Allerdings sollen die beiden Männer bereits wenige Wochen zuvor bei einer erfolgreichen Sprengung in Besigheim (Kreis Ludwigsburg) mehr als 135.000 Euro erbeutet haben. Seine Teilnahme an dieser Tat streitet der Angeklagte jedoch ab.

© dpa-infocom, dpa:210627-99-163823/3

Mitteilung vom 13.11.2020

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