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Verband erwartet bis zu 22 Millionen verkaufte Tannenbäume

Vor Bau- und Supermärkten, auf Plätzen und Höfen oder direkt in der Plantage: Der Verkauf von Weihnachtsbäumen hat überall in Deutschland begonnen. Corona macht das Geschäft schwieriger, aber der Verband der Weihnachtsbaumerzeuger ist optimistisch.

Weihnachtsbaum
Ein Weihnachtsbaum steht in einem Ständer neben einer Kettensäge. Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild
Bühl.

Bühl (dpa) - Der Verkauf von Weihnachtsbäumen ist in der ersten Dezemberwoche überall in Deutschland angelaufen. Der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger erwartet trotz Coronavirus-Pandemie einen Absatz auf Vorjahresniveau. Am Ende könnten wieder zwischen 20 und 22 Millionen Weihnachtsbäume verkauft werden, schätzt der Verbandsgeschäftsführer Martin Rometsch.

Kundinnen und Kunden müssen allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen als im Vorjahr: Für einen Meter Nordmanntanne in bester Qualität werden zwischen 20 und 27 Euro verlangt, Blautannen kosten zwischen 12 und 16 Euro je Meter und Fichten gibt es je Meter für 9 bis 12 Euro. In den meisten Wohnzimmern glänzen an Heiligabend festlich geschmückte Nordmanntannen, ihr Marktanteil beträgt 75 bis 80 Prozent. Kunden schätzen den Baum wegen seiner weichen und fest sitzenden Nadeln.

Bei den Weihnachtsbaumerzeugern seien wegen der Corona-Verunsicherung den Angaben nach viele Bestellungen in diesem Jahr später als üblich eingegangen. «Das macht die Ernte unheimlich schwer», sagte Rometsch. Auch die Betreiber von Verkaufsständen hätten in diesem Jahr einen deutlich höheren Aufwand. Es gebe klare Hygienekonzepte und es werde mehr Personal eingesetzt, sagte der Geschäftsführer.

Nach Angaben der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald verstärkt sich der Trend zur Regionalität. Etwa 30 Prozent der Weihnachtsbäume werden direkt bei den landwirtschaftlichen Betrieben gekauft, weitere 30 Prozent im Straßenhandel. Auch der Online-Verkauf nimmt zu. Nach einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom gaben 11 Prozent der Befragten an, ihren Baum im Internet bestellen zu wollen. 10 bis 12 Prozent der Weihnachtsbäume würden im Topf gekauft.

90 Prozent der Weihnachtsbäume kommen aus Deutschland, der Rest überwiegend aus Dänemark. Das größte Anbaugebiet ist das Sauerland in Nordrhein-Westfalen. Auch in Niedersachsen und Schleswig-Holstein gibt es größere Flächen. Aus den drei Bundesländern stammen rund zwei Drittel der in Deutschland gewachsenen Weihnachtsbäume.

Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk wies darauf hin, dass der Verkauf von Weihnachtsbäumen für viele Landwirte, aber auch für zahlreiche Waldbesitzer, eine wichtige Einkommensquelle sei. «Wer gezielt auf einen heimischen Baum zurückgreift, unterstützt unsere bäuerlichen Familienbetriebe im Land und schont durch die Vermeidung langer Transportwege Klima und Umwelt», teilte der CDU-Politiker mit.

Die Umweltverbände BUND und NABU empfehlen den Kauf von Weihnachtsbäumen aus ökologischem Anbau. 2017 zum Beispiel stammten nach BUND-Angaben 90 Prozent der Weihnachtsbäume von Plantagen, auf denen gespritzt und gedüngt wurde. NABU-Landeschef Johannes Enssle empfiehlt Bäumchen aus der Durchforstung heimischer Wälder. «Mit einem Baum aus Ökoanbau oder Durchforstung besteht auch keine Gefahr, dass ausgedünstete Pestizide die Raumluft belasten während der Feiertage.» Von künstlichen Weihnachtsbäumen raten die Umweltverbände ab.

Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald