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Corona

Alarmstufe greift ab Mittwoch: In vielen Bereichen 2G-Regelung und weitere Einschränkungen für Ungeimpfte

Mit der Ausrufung der Alarmstufe kommen im Südwesten weitere Einschränkungen auf Ungeimpfte zu. Bundesweit soll außerdem die 3G-Regel am Arbeitsplatz und im Nahverkehr kommen.

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Stuttgart/Berlin. Ungeimpfte Menschen in Baden-Württemberg werden wohl von morgen an von der Teilnahme am öffentlichen Leben im Land weitgehend ausgeschlossen. Die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen lag gestern mit 406 über dem kritischen Wert von 390. Mit einem zweifachen Überschreiten der Marke – was heute erwartet wird – würde die Corona-Alarmstufe ausgerufen, teilte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Stuttgart mit.

Die Coronaverordnung sieht in diesem Fall landesweit die 2G-Regel (geimpft oder genesen) etwa in Restaurants, Museen, bei Ausstellungen sowie bei den meisten anderen öffentlichen Veranstaltungen vor. Wer ungeimpft ist und nur einen Test vorweisen kann, bleibt dann auch im Kino, im Schwimmbad oder im Fitnessstudio, in Volkshochschulkursen und Musikschulen außen vor. Schulkinder müssen in der Klasse wieder Maske tragen.

Ausnahmen gibt es noch für öffentliche Verkehrsmittel und Religionsveranstaltungen. Auch im Einzelhandel gilt in der Alarmstufe 3G ohne PCR-Test-Pflicht. Ausgenommen sind zudem Geschäfte der Grundversorgung sowie Märkte im Freien und Abhol- und Lieferangebote. Die schärferen Regeln gelten auch nicht für Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können und für Kinder bis 17 Jahre.

Angesichts bundesweit steigender Infektionszahlen schärfen SPD, Grüne und FDP ihr geplantes Corona-Gesetz nach. Wie Vertreter der vermutlich künftigen Bundesregierung gestern mitteilten, wollen sie Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte ermöglichen und eine 3G-Regelung (geimpft, genesen, getestet) im Fern- und Nahverkehr einführen. Auch am Arbeitsplatz soll 3G gelten, für Veranstaltungen oder Restaurantbesuche möglichst nur noch 2G oder sogar „2G plus“, wodurch Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Test vorlegen müssen, während Ungeimpfte gar keinen Zutritt mehr haben. Zudem wollen die Ampelparteien eine Rückkehr zur Homeoffice-Pflicht und eine Testpflicht in Alten- und Pflegeheimen. Die Diskussion über eine berufsbezogene Impfpflicht dauert noch an.

Die Verschärfungen sollen in die Änderung des Infektionsschutzgesetzes eingearbeitet werden, über das der Bundestag am Donnerstag abstimmen will. Das Paket soll sicherstellen, dass nach dem geplanten Auslaufen der epidemischen Lage nationaler Tragweite am 25. November Coronamaßnahmen aufrechterhalten werden. (dpa/epd)