Logo

Corona-Pandemie

Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen erstmals über 1000

Nun hat auch das erste Bundesland die Marke von 1000 überschritten. Sachsen hat eine Corona-Inzidenz von 1074,6. Ministerpräsident Michael Kretschmer schließt einen Lockdown vor Weihnachten nicht mehr aus.

Leipzig
Seit dem 22. November ist in Sachsen Einkaufen von nicht lebenswichtigen Dingen nur geimpften und genesenen Personen (2G) gestattet. Foto: Sebastian Willnow/dpa

Dresden (dpa) - Erstmals ist in einem Bundesland der Inzidenzwert über 1000 gestiegen. Für Sachsen meldete das Robert Koch-Institut am Donnerstag einen Wert von 1074,6, am Mittwoch lag die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche in dem Bundesland noch bei 935,8.

Innerhalb eines Tages zählten die Gesundheitsämter in Sachsen nach Angaben des Sozialministeriums 11.257 neue Corona-Infektionen und es kamen 74 Todesfälle hinzu. Bundesweit lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 419,7 (Vortag: 404,5).

Landesweit übertrafen neun der zehn Landkreise in Sachsen den Inzidenzwert von 1000. Unterhalb dieses Wertes liegen nur noch die Großstädte Dresden (630,3), Leipzig (869,1) und Chemnitz (972,2) sowie der Landkreis Görlitz (735,6). Bundesweiter Hotspot bleibt der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 1688,0.

Kretschmer schließt Lockdown nich mehr aus

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer schließt einen Lockdown vor Weihnachten nicht mehr aus. «Die Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen. Es wird nur zu verhindern sein, wenn es ein kollektives Verständnis und gemeinsames Bewusstsein gibt, Kontakte zu vermeiden und die Maßnahmen einzuhalten», sagte der CDU-Politiker der «Sächsischen Zeitung». Wenn es in der kommenden Woche nicht einen positiven Effekt gebe, «müssen wir diese Diskussion führen».

Kretschmer geht zudem davon aus, dass die Betten-Auslastung mit Covid-19-Patienten in den nächsten Wochen dramatisch steigen werde. «Wir bereiten jetzt die Verlegung von Patienten in andere Bundesländer vor. Noch gibt es diese Möglichkeit. Das werden wir nutzen, auch um Vorsorge zu betreiben. Die laufende Entwicklung können wir kaum noch beeinflussen.»

«Furchtbare Bilder, die mich sehr ärgern»

Zudem sieht der Ministerpräsident die langen Warteschlangen vor den Impfstellen mit Sorge. «Auch für mich sind das furchtbare Bilder, die mich sehr ärgern. Im Gesundheitsministerium wird sehr hart daran gearbeitet, die Situation zu verbessern». Es würden Gespräche mit der Ärzteschaft geführt. «Vom Präsidenten der Kassenärztlichen Vereinigung habe ich die Zusage bekommen, dass sie zwischen hundert- und zweihunderttausend Impfungen pro Woche möglich machen wollen». Dies könnte schon in dieser Woche beginnen.

Eine generelle Impfpflicht sieht Kretschmer dagegen skeptisch. «Ich persönlich bin in meinem Erleben eher immer derjenige gewesen, der nicht mit Zwang agiert, sondern mit Überzeugung und mit Erkenntnis.» Ob es bundespolitisch anders entschieden werde, so dass es möglicherweise eine Impfpflicht für bestimmte Gruppen gebe, bleibe abzuwarten. «Aber ich glaube, es ist für den Zusammenhalt der Gesellschaft und dafür, dass wir auch nach dieser Pandemie das Vertrauen ineinander haben, besser, wenn wir vor allen Dingen fürs Impfen werben und die Menschen es aus eigener Überzeugung tun.»

© dpa-infocom, dpa:211125-99-138053/4

RKI-Dashboard