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Bundesliga
Breitenreiter: «Zeit des Redens ist hier vorbei»

André Breitenreiter
Trainer Andre Breitenreiter von TSG Hoffenheim blickt zur Seite. Foto: Andreas Gora
Mitten in der Krise geht's für die TSG 1899 Hoffenheim ausgerechnet gegen den VfB. Bei einer weiteren Niederlage wäre das Breitenreiter-Team endgültig im Abstiegskampf angekommen.

Zuzenhausen. Genug geredet! André Breitenreiter sieht sich selbst als kommunikativen Trainer und schätzt die Kraft der Rhetorik. Aber jetzt «ist die Zeit des Redens hier vorbei. Die Zeit des Redens über internationale Plätze, über große Talente, über das große Potenzial der TSG.» So der dementsprechend kurz angebundene, wenn auch höfliche Trainer der TSG 1899 Hoffenheim bei der Pressekonferenz vor der brisanten Bundesliga-Begegnung gegen den Landesrivalen VfB Stuttgart am Dienstag (20.30/Sky).

Angesichts der Talfahrt der Kraichgauer schlägt Breitenreiter neue und vor allem weniger Töne an. Die Aufarbeitung der 1:3-Niederlage am Samstag in Berlin mit dem Einbruch nach der Pause? «Das Spiel bei Union war ein Spiegelbild dieser Saison in 90 Minuten - und damit ist alles gesagt», antwortete der TSG-Coach. Die Ernüchterung auch bei den Spielern nach der langen Winterpause ist dementsprechend groß: «Wir sind noch nicht da, wo wir wollen», sagte Torhüter und Kapitän Oliver Baumann.

Breitenreiter war im vergangenen Sommer als Meistercoach vom FC Zürich und Nachfolger von Sebastian Hoeneß gekommen und gerät nun selbst immer mehr in Erklärungsnot. In den vergangenen zehn Spielen landeten die Hoffenheimer nur einen Sieg, gegen Schlusslicht Schalke 04, und liegen nach der vierten Niederlage in Serie nur noch drei Punkte vor dem abstiegsbedrohten Landesrivalen aus Stuttgart und dem Relegationsplatz.

Die Partie des Tabellen-13. gegen den VfB sei ein richtungsweisendes Spiel, «das wir nicht durch Reden, sondern durch Taten gewinnen», sagte Breitenreiter. Dem Tabellenbild kann und will sich der 49-Jährige natürlich nicht verschließen: «Ich bin auch nicht blind.»

Vor der Begegnung gegen Stuttgart gehen Breitenreiter auch noch die Defensivspieler aus: Der ohnehin angeschlagene Ozan Kabak fehlt gelb-gesperrt. Über den Einsatz der angeschlagenen Kevin Vogt, Kevin Akpoguma und Dennis Geiger kann erst kurzfristig entschieden werden. Für Ermin Bicakcic, der nach einem Kreuzbandriss 2020 und vielen Problemen danach in Berlin einen Kurzeinsatz hatte, kommt ein Spiel von Beginn nach Aussagen Breitenreiters zu früh.

In der Offensive könnte der dänische WM-Stürmer und Neuzugang Kasper Dolberg sein Startelf-Debüt geben und der kroatische WM-Dritte Andrej Kramaric diesmal von Beginn an auflaufen. «Fakt ist, wir brauchen Spieler, die sich in die Verantwortung nehmen, die Führungsqualitäten aufzeigen. Damit nicht wieder so etwas passiert wie in Berlin oder in vielen Spielen dieser Saison», sagte Breitenreiter bei einer seiner wenigen längeren Ausführungen.

Beim schmerzlich vermissten Mittelfeldspieler Grischa Prömel verläuft nach dessen Fußbruch wenigstens die Heilung planmäßig. Kurzfristig helfen kann der ehemalige Union-Profi den Hoffenheimern aber auch nicht. Der 28-Jährige mache derzeit erste leichte Laufversuche. Bis er ins Training einsteigen könne, werde es noch dauern. «Ich gehe nicht vor März aus», sagte Breitenreiter.

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Kader TSG 1899 Hoffenheim

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