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DFB-Pokal
Elfmeter-Krimi: Freiburg zerstört Herthas Finaltraum

Hertha BSC - SC Freiburg
Klemens verschoss den entscheidenden Strafstoß. Foto: Andreas Gora
Hertha BSC - SC Freiburg
Freiburgs Derry Scherhant spielte bis zum Sommer bei den Berlinern. Foto: Andreas Gora
Hertha BSC - SC Freiburg
Freiburgs Fans zündeten viel Pyrotechnik. Foto: Andreas Gora
Noch nie erlebten Herthas Profis ein Pokalfinale im Olympiastadion. Im Viertelfinale gegen den Freiburg stoppt der VAR einen Berliner Traumstart. Dann wird es dramatisch.

Berlin. Freiburgs Trainer Julian Schuster feierte nach dem dramatischen Pokal-Erfolg sichtlich gerührt vor der Kurve. Berlins Elfmeter-Pechvogel Pascal Klemens wurde von seinen Teamkollegen noch auf dem Rasen des Olympiastadions getröstet.

Herthas Traum vom Finale daheim ist zwei Schritte vor dem Ziel nach einem dramatischen Elfmeterschießen geplatzt. Der SC Freiburg bleibt dagegen weiter im Rennen um den ersten Pokalsieg seiner Vereinshistorie. Der Bundesligist gewann das Viertelfinale gegen die Berliner mit 5:4 im Elfmeterschießen und folgte Bayer Leverkusen und dem VfB Stuttgart ins Halbfinale des Prestigewettbewerbs.

«Schöner geht es nicht», sagte SC-Kapitän Christian Günter bei Sky, der im verlorenen Finale 2022 einen Elfer verschoss. «Wir haben Erinnerungen an dieses Stadion. Die letzte ist nicht so schön. Umso schöner heute in der Kurve zu stehen und zu feiern.»

Nach der Verlängerung hatte es 1:1 (0:0, 1:1) gestanden. Den entscheidenden Elfmeter von Hertha-Eigengewächs Klemens parierte Freiburgs Keeper Florian Müller. Um den letzten Platz in der Vorschlussrunde spielen Bayern München und RB Leipzig.

Erst ein Patzer, dann Reeses Traumtor

56.743 Zuschauer im Olympiastadion sahen zunächst über 120 Minuten ein Duell auf Augenhöhe. Schließlich trafen Yuito Suzuki (96. Minute) nach einem eklatanten Fehlpass von Herthas Linus Gechter für den Favoriten, der zum dritten Mal nacheinander einen Zweitligisten aus dem Pokal warf. Ein Traumtor von Herthas Kapitän Fabian Reese (104.) hatte die Blau-Weißen wieder hoffen lassen. 

Freiburg trennt damit nur noch ein Sieg vom zweiten Finaleinzug. 2022 verloren die Breisgauer im Elfmeterschießen gegen Leipzig. Herthas Profis hingegen warten weiter auf ihr erstes Pokalfinale im eigenen Stadion. Nun wächst der Druck auch in der 2. Fußball-Bundesliga. Der Aufstieg ist praktisch Pflicht, um die Saison noch zu retten. Aktuell liegen die Berliner sechs Punkte hinter dem zweiten Tabellenplatz zurück.

VAR greift ein

Mit einem großen Plakat mit der Aufschrift «Pokalkrieger» hatte die Berliner Ostkurve ihre Mannschaft empfangen und auch dem letzten Spieler die Bedeutung dieses Pokalabends verdeutlicht. «Genießen und raushauen», appellierte Trainer Stefan Leitl unmittelbar vor Anpfiff an seine Schützlinge. 

Hertha BSC - SC Freiburg
Über 55.000 Fans waren am Dienstagabend für das Pokalspiel im Olympiastadion. Foto: Andreas Gora

Und Reese haute gleich nach sieben Minuten einen raus, als er einen Abstauber ins Freiburger Tor stocherte. Weil Julian Eitschberger bei der Hereingabe im Abseits gestanden hatte, zählte das Tor nicht. 

Ex-Herthaner Scherhant scheitert an Ernst

Die Gastgeber konzentrierten sich aufs Umschaltspiel und kombinierten sich anfangs oft ins letzte Drittel. Echte Torgefahr entwickelte aber nur der SC, der durch Ex-Herthaner Derry Scherhant (20.) in Führung hätte gehen müssen. BSC-Keeper Tjark Ernst parierte den Schuss des Freiburgers bärenstark.

Hertha BSC - SC Freiburg
Tjark Ernst vereitelte viele Freiburger Chancen. Foto: Andreas Gora

Danach plätscherte die Partie vor sich hin, während der Stadionsprecher vergeblich an die Gäste-Fans appellierte, auf Pyrotechnik zu verzichten. Gegen Ende der ersten Halbzeit drückten beide Teams noch einmal vergeblich auf die Führung: Erst scheiterte Gechter (45.) per Kopf, dann parierte Ernst einen Schuss von Freiburgs Suzuki (45.+2).

Cuisance hat Hertha-Sieg auf dem Fuß

Wer dachte, dass der Außenseiter nach der Pause einbricht, lag falsch. Freiburg gelangen kaum Entlastungsangriffe. Stattdessen musste der SC mehrere Ecken und Freistöße weg verteidigen. Richtig gefährlich wurde es erst wieder in der 69. Minute, als Vincenzo Grifo nahezu freistehend vergab. Mit der Grätsche rettete Marton Dardai im letzten Moment und lenkte den Ball neben das Tor. 

Beiden Mannschaften fehlte über 90 Minuten die Überzeugung. Vorsicht statt Risiko lautete oft die Devise, sodass die Verlängerung folgerichtig erschien. Cuisance hatte in der 94. Minute Herthas beste Chance auf dem Fuß, scheiterte aber an Torhüter Florian Müller. Das wurde sofort bestraft. 

Gechter hatte urplötzlich einen Aussetzer und spielte einen schwachen Rückpass auf Keeper Ernst. Von der Seitenlinie beobachtete Herthas Pechvogel, wie Suzuki dank seines richtigen Riechers das erste Tor des Abends erzielte. Kurz darauf machte Reeses Treffer aus rund 20 Meter den Patzer fast wieder wett. Kurz darauf vergab erneut Cuisance eine Riesenmöglichkeit.

© dpa-infocom, dpa:260210-930-669784/2