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Baden-Baden
Festspielhaus beendet Zusammenarbeit mit Dirigent Gergijew

Festspielhaus Baden-Baden
Außenaufnahme des Festspielhauses Baden-Baden. Foto: Uli Deck
Das Festspielhaus Baden-Baden beendet seine Zusammenarbeit mit dem russischen Dirigenten Waleri Gergijew bis auf weiteres. Das habe der Stiftungsvorstand des Hauses gemeinsam mit der Intendanz beschlossen, teilte das Festspielhaus am Dienstag mit. Die mangelnde Distanz Gergijews «zum aktuellen menschenverachtenden Vorgehen des russischen Präsidenten hat für uns den Ausschlag gegeben», sagte Intendant Benedikt Stampa. «Wir vertreten offensichtlich nicht mehr die gleichen Werte.» Man habe Gergijew Gelegenheit gegeben, sich zu äußern. «Darauf erfolgte keine Reaktion.»

Baden-Baden. Die zwei Konzerte Ende Juli und ein neues Festival «Russischer Winter» im Dezember mit Gergijew werden damit auf Eis gelegt und sind nicht mehr buchbar. Auch ein Gespräch mit der russischen Sopranistin Anna Netrebko werde gesucht, in dem sie Gelegenheit bekommen soll, Fragen zu beantworten. Sie soll am 13. April mit den Berliner Philharmonikern in Baden-Baden auftreten.

Zuvor hatte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter die Zusammenarbeit mit Gergijew, dem Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker, wegen dessen Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin mit sofortiger Wirkung beendet.

Stampa betonte erneut die Bedeutung der russischen Kultur. Man wolle der russischen Musik und russischen Künstlern auch weiterhin ein internationales Podium bieten. «Wir wissen um die Gefahr, in der sich viele Personen des öffentlichen russischen Lebens gerade befinden, und behalten uns alle Optionen vor.»

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Biografie Gergijew

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