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Grabungen auf Leprafriedhof in Freiburg vor Abschluss

Freiburg (dpa) - Nach dem Fund Hunderter mittelalterlicher Skelette auf einem ehemaligen Leprafriedhof in Freiburg stehen die Grabungsarbeiten der Archäologen dort kurz vor dem Abschluss. Von der Auswertung der Funde erhoffen sich die Experten Erkenntnisse etwa zur Gesundheits- und Sozialgeschichte im Spätmittelalter, wie das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart mitteilte. Seit April 2020 wurden im Zuge von Bauarbeiten mehr als 400 menschliche Bestattungen gefunden, kartiert und geborgen.

Großer Leprafriedhof ausgegraben
Archäologe Laurin Stöckert hält auf dem ehemaligen Freiburger Leprafriedhof gefundene menschliche Überreste. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
Freiburg im Breisgau.

Darunter waren den Angaben zufolge nicht nur Leprakranke aus der Zeit von 1256 bis 1632. Neben Hinweisen auf Lepra (60 Prozent) fanden die Fachleute an den Knochen unter anderem auch Anzeichen von Syphilis, Tuberkulose, Meningitis, Rachitis und Mangelernährung. Zudem entdeckten sie die sterbliche Überreste von französischen Soldaten, die den Erkenntnissen zufolge bei der Belagerung Freiburgs 1744 während des österreichischen Erbfolgekriegs gefallen waren.

© dpa-infocom, dpa:211124-99-119056/2

Informationen des Landesamts für Denkmalpflege

Polizeimitteilung zum ersten Skelettfund

Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe über Lepra