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Brauchtum
Katholiken feiern Fronleichnam: Teils mit Hindernissen

Blütenteppich mit Friedensbotschaft: Eine Friedenstaube vor ukrainischer Flagge und die Worte «Betet für den Frieden» haben die Fronleichnamsfeierlichkeiten in Sipplingen am Bodensee geziert. Dort feierten die Katholiken am Donnerstag wie in den Jahren vor Corona mit Prozession und langem Blütenmeer.

Sipplingen/Mannheim. Andere Gemeinden mussten den Fronleichnamstag erneut anders als gewohnt begehen. In Mannheim zum Beispiel, wo einst Tausende Menschen an der Prozession teilnahmen, waren es nun gerade einmal zwölf. Anders als früher erschienen Vertreter muttersprachlicher Missionsgemeinden auch nicht in traditioneller Tracht. Prozessionen waren unter anderem auch in Weingarten (Kreis Ravensburg) und der Seelsorgeeinheit Bottwartal (Kreis Ludwigsburg) geplant.

In Hüfingen (Schwarzwald-Baar-Kreis) trat das Pfarramt vor einer Woche auf die Bremse und teilte mit: «Aufgrund der fortgeschrittenen Vegetation ist es dieses Jahr leider nicht möglich, den großen durchgehenden Blumenteppich zu legen.» Auch in Mühlenbach (Ortenaukreis) gab es erneut keinen Blumenteppich. Es fehlten laut Pfarrbüro helfende Hände für die Vorbereitungen.

Im Mittelpunkt des katholischen Hochfestes Fronleichnam am zweiten Donnerstag nach Pfingsten steht die Eucharistie - die Umwandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi. Der vor etwa 750 Jahren entstandene Name bedeutet «Leib des Herrn». Das Fest geht auf eine Vision der Nonne Juliane von Lüttich im Jahr 1209 zurück. Papst Urban IV. machte es 1264 zum allgemeinen Kirchenfest. Seit dem 13. Jahrhundert wird in vielen Pfarrgemeinden bei Prozessionen die geweihte Hostie als Leib Christi durch die Straßen getragen.

Seelsorgeeinheit Auf der Baar

Mühlenbach

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