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Palmer fordert Notzulassung für Curevac-Impfstoff

Boris Palmer (Grüne) spricht bei einer Sitzung
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) spricht bei einer Sitzung. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild
Bonn/Tübingen (dpa/lsw) - Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) setzt sich dafür ein, dass der Impfstoff des Tübinger Unternehmens Curevac per Notfallzulassung auf den Markt kommt. Wegen der Impfstoff-Knappheit sei eine rasche Genehmigung nötig.
Tübingen.

«Wenn man politisch eingreifen will, sollte man sich die Frage der Zulassung noch mal anschauen. Ich würde dafür plädieren, dass der Curevac-Impfstoff eine Notzulassung bekommt, dann haben wir ihn vier oder sechs Wochen früher zur Verfügung», sagte Palmer dem Fernsehsender phoenix am Dienstag. Der Impfstoff von Curevac sei genauso sicher und durchgetestet wie andere Impfstoffe.

Das Pharma-Unternehmen zeigte sich offen für Gespräche über eine Notfallzulassung. «Alle Entscheidungen über eine Notfallzulassung trifft das Paul-Ehrlich-Institut, wir würden uns Gesprächen darüber natürlich nicht verschließen», sagte Curevac-Sprecher Thorsten Schüller der «Schwäbischen Zeitung» (Mittwoch).

Der Impfstoff wird derzeit noch entwickelt. Er basiert wie die Impfstoffe von Biontech und Moderna auf sogenannter «messenger RNA» (Boten-RNA). Curevac hofft, seinen Corona-Impfstoff noch in diesem Sommer einsetzen zu können.

Die EU-Kommission steht in der Kritik, weil Impfstoff in der EU knapp ist und bisher prozentual weit weniger Menschen immunisiert wurden als etwa in Großbritannien oder Israel. Das liegt zum Teil daran, dass die Mittel in der EU eine Marktzulassung statt nur eine Notfallzulassung bekommen sollen - und das dauert länger. So hat die Impfkampagne später begonnen. In der EU zugelassen sind derzeit Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca.

Zwei weitere Hersteller - Johnson&Johnson und Novavax - stehen in den Startlöchern und könnten eine EU-Zulassung bekommen.

© dpa-infocom, dpa:210202-99-271432/4