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Notfälle
Südwesten setzt bei Waldbrandgefahr auf neue Kooperationen

Waldbrandgefahr
Ein Schild mit der Aufschrift «Schütz den Wald vor Brandgefahr» hängt in einem Wald an einem Waldweg. Foto: Stefan Sauer
Wie gut wäre der Südwesten bei einem großen Waldbrand gerüstet? Löschflugzeuge gibt es hier nicht. Dafür aber Hubschrauber und neue Kooperationen.

Karlsruhe. Angesichts der langen Trockenheit und steigenden Waldbrandgefahr setzt der Südwesten auch auf neue Kooperationen. Nach Angaben des baden-württembergischen Innenministeriums ist etwa für den Ernstfall eine Zusammenarbeit mit Frankreich zum Einsatz kleinerer Löschflugzeuge vereinbart worden. Baden-Württemberg kann zwar auf Löschhubschrauber der Polizei und Bundeswehr zurückgreifen. Eigene Löschflugzeuge hat das Land aber nicht. Einer der Gründe: Es fehlt an geeigneten Wasserflächen, aus denen größere Flugzeuge im Vorbeiflug Wasser aufnehmen könnten.

Zwar gibt es den Bodensee. Die Entnahme von Wasser durch ein Flugzeug könnte aber Schiffe und Badende gefährden, erläuterte eine Ministeriumssprecherin der Deutschen Presse-Agentur in Karlsruhe. «Wir nehmen die Waldbrandgefahr sehr ernst», betonte Innenminister Thomas Strobl (CDU). Die Zahl der Vegetationsbrände sei zwar in Baden-Württemberg in den letzten Jahren nicht gestiegen. «Wir bereiten uns aber auf geänderte Einsatzlagen vor», sagte eine Sprecherin des Ministeriums.

Schon jetzt sieht das Innenministerium das Land gut gerüstet. Es stünden flächendeckend Feuerwehreinheiten bereit. «An rund 3200 Feuerwehrstandorten stehen verteilt auf das ganze Land über 110 000 Feuerwehrkräfte rund um die Uhr für den Ernstfall zur Verfügung.» Durch ein gutes Waldwegenetz sei ein Einsatz am Boden an fast allen Stellen des Landes möglich.

«Sollte Bekämpfung aus der Luft notwendig sein, haben wir zwei Hubschrauber der Landespolizei mit Löschwasseraußenlastbehälter. Zudem können Hubschrauber zum Beispiel der Bundespolizei oder der Bundeswehr, angefordert werden.» Bislang sei ein solcher Einsatz aber noch nicht nötig gewesen. Polizeihubschrauber mit Außenlastlöschwasserbehältern könnten aber einfach und schnell eingesetzt werden.

Baden-württembergische Feuerwehrleute nehmen dem Ministerium zufolge auch an einem Pilotprogramm zur Waldbrandbekämpfung in Europa teil. Dabei erfahren sie zum Beispiel vor Ort, wie Griechenland mit Waldbränden umgeht. Denn südliche Länder kämpfen schon länger gegen extreme und verheerende Waldbrände.

Wegen der langanhaltenden Trockenheit sorgen sich vor allem Waldbesitzer. So ist der Schwarzwald nach Einschätzung des Leiters des großen Forstbetriebs Fürstenberg, Jens Borchers, in Gefahr. Auch in Baden-Baden und Umgebung ist man wegen der anhaltenden Trockenheit alarmiert.

In Deutschland gibt es keine Löschflugzeuge in öffentlicher Hand. Brauchen Länder und Kommunen bei Vegetationsbränden Unterstützung aus der Luft, bitten sie um Amtshilfe, damit die Bundeswehr oder die Bundespolizei Hubschrauber mit Wasserbehältern schicken. Politiker der FDP und der Grünen plädieren auf Bundesebene für die Anschaffung von Löschflugzeugen.

© dpa-infocom, dpa:220806-99-294246/3