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Gewerkschaft
Verdi-Warnstreiks im Erziehungsdienst: Viele Kitas betroffen

Verdi
Ein Beschäftigter trägt bei einem Warnstreik eine Warnweste von Verdi. Foto: Tom Weller
In der Landeshauptstadt Stuttgart sind am Dienstag wieder zahlreiche Kitas wegen eines Warnstreikaufrufs von Verdi geschlossen geblieben. Nach einer ergebnislosen zweiten Runde der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten in Erziehungs- und Sozialberufen waren nach Angaben der Gewerkschaft insgesamt 1100 Menschen in Stuttgart und Göppingen in den Ausstand getreten. «Die Arbeitgeber haben unsere Forderung nach Entlastung pauschal abgelehnt, ohne einen eigenen Vorschlag zu machen», kritisierte die Stuttgarter Gewerkschaftssekretärin Ariane Raad. Fast ein Viertel der Beschäftigten im Erziehungs- und Sozialdienst verabschiede sich innerhalb der ersten fünf Berufsjahre wegen Überlastung in andere Arbeitsfelder.

Stuttgart. Nach einer Demonstration durch die Stuttgarter Innenstadt versammelten sich am Schlossplatz laut Verdi 1000 Menschen bei einer Kundgebung. Mehr als 100 Kitas seien wegen des Warnstreiks nicht geöffnet worden.

Bei den Gesprächen für die bundesweit rund 300 000 Beschäftigten in Potsdam geht es um bessere und dynamischere Eingruppierung beim Entgelt, verbindlichen Ausgleich für Überlastung sowie um Anerkennung von Vor- und Nachbereitungszeiten für das Personal. Auch ein Recht auf Weiterbildung soll es nach dem Willen von Verdi geben.

Am Donnerstag ruft Verdi in Rottenburg und am Freitag in Kirchheim unter Teck zu Arbeitsniederlegungen auf. Nach den Osterferien will die Gewerkschaft mit Blick auf die dritte Verhandlungsrunde am 16. und 17. Mai den Protest ausweiten.

Im Südwesten sind laut Verdi allein in der frühkindlichen Bildung rund 45 000 Beschäftigte direkt in kommunalen Einrichtungen betroffen, knapp 60 000 Beschäftigte sind bei Kitas von freien Trägern direkt oder indirekt berührt. Zusammen betreuten sie 473 000 Kinder.

PM

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