Logo

Afrikanische SChweinepest

„Ausbruch muss verhindert werden“

Der Name klingt gefährlich: Afrikanische Schweinepest. Die Viruserkrankung kann bei Haus- und Wildschweinen auftreten und endet für die Tiere tödlich. Menschen droht keine Gefahr. Bauernverbände fordern eine höhere Abschussquote für Wildschweine.

350_0900_18182_COKRWildschweine.jpg
Die Afrikanische Schweinepest endet für Wildschweine im Normalfall tödlich. Archivbild: Alfred Drossel

Neckartal. In den baltischen Staaten sowie in der Ukraine, in Polen und Russland grassiert die Afrikanische Schweinepest (ASP) bereits seit mehr als vier Jahren. In keinem der Länder konnte die Tierseuche bei Wildschweinen bisher erfolgreich bekämpft werden. Gegen das aggressive Virus fehlen geeignete Impfstoffe. Im Juni 2017 wurde der Erreger erstmals bei Wildschweinen in Tschechien gefunden. Damit rücke die ASP weiter an Deutschland heran. Es besteht ein hohes Risiko für die Einschleppung nach Deutschland“, heißt es auf der Homepage des Ludwigsburger Landratsamtes.

„Auch für die Schweinehalter im Landkreis ist die Afrikanische Schweinepest ein riesiges Thema“, erklärt Eberhard Zucker, Vorsitzender des Bauernverbandes Ludwigsburg-Heilbronn. Die Landwirte im Landkreis seien durch den Landesbauernverband sehr gut informiert, auch über die Ausbreitungswege der Tierseuche. Der Erreger ist nach bisherigen Erkenntnissen äußerst widerstandsfähig. Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände übertragen werden. „Unter ungünstigen Bedingungen kann ein unachtsam entsorgtes Wurstbrot ausreichen, um die Seuche einzuschleppen und auch in Deutschland Ausbrüche zu provozieren. Das Virus kann selbst am Schuh mehrere Monate überleben“, heißt es in einer Pressemitteilung des Deutschen Jagdverbandes.

Was muss jetzt getan werden? Der Kreisbauernverband fordert, den Wildschwein-Bestand zu reduzieren. In der Vergangenheit sei die Zahl der Schwarzkittel im Landkreis enorm gestiegen, vor allem im Stromberg, betont Eberhard Zucker. Dazu trage auch die milde Witterung bei, der Bestand werde nicht auf natürliche Weise dezimiert. Ziel müsse es sein, den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland mit allen Kräften zu verhindern. „Das ist sonst wie ein kleines Feuer, wenn es mal losgeht“. Der volkswirtschaftliche Schaden wäre enorm, meint Zucker.

Das sieht auch Andreas Luidthardt so. Der Ingersheimer Schweinezüchter mag gar nicht über den immensen Schaden und „die komplette Keulung ganzer Bestände“ nachdenken, falls ein ASP-Fall bei Hausschweinen auftritt. Er sieht seine Tiere durch die konsequente Abschottung gegenüber Wildschweinen gut geschützt. Die Tierhalter seien grundsätzlich vorsichtig, die Ställe seien geschlossen und die Tiere hielten sich nicht im Außenbereich auf. Luidthardt fordert wie der Kreisbauernchef eine verschärfte Bejagung. „Wir bemühen uns nach allen Regeln der Kunst, das Schwarzwild einzudämmen“, erklärt Kreisjägermeister Peter Ulmer und liegt damit auf einer Linie mit dem Deutschen Jagdverband, der darauf abzielt die Bestandsdichte und den Zuwachs der Wildschweine zu reduzieren. Außerdem müssten entlang von Transitstrecken verschlossene Abfallbehälter stehen, damit Wildtiere infizierte Fleisch- und Wurstreste nicht verschleppen könnten, fügt Ulmer hinzu. Wichtig sei auch die Früherkennung: Verdächtige Wildschwein-Kadaver müssten liegenbleiben und der zuständige Amtsarzt umgehen informiert werden. Ein Abtransport des Kadavers sei nur in einem dichten Behälter zulässig, heißt es in der Pressemitteilung des Jagdverbandes.

Nächste Woche soll im Ludwigsburger Landratsamt ein Treffen stattfinden, an dem auch Ulmer teilnimmt. Dabei soll voraussichtlich geklärt werden, wo die gut zugänglichen Sammelstellen eingerichtet werden. Im Gespräch für die Sammelstellen seien Großbottwar, Vaihingen und Ludwigsburg, so Ulmer.