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Der Dachschaden wird beseitigt

Rund 3,1 Millionen Euro werden der Neubau des Gastronomie- und Personalbereichs und das neue Dach über den Umkleiden des Wellariums kosten. Die Gemeinderäte von Murr und Steinheim haben sich in getrennten Sitzungen mehrheitlich für ein rautenförmiges Dach über beiden Bauten entschieden.

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Die Holzkonstruktion der Dächer über den Umkleiden (links) und dem Gastronomiebereich ist marode. Deshalb bekommen die Umkleiden ein neues Dach, der Gastrotrakt wird abgerissen und neu gebaut. Insgesamt kostet diese Sanierung im Wellarium drei Millionen Euro.Archivfoto: Bürkle

murr/steinheim. Bereits im Herbst vergangenen Jahres hatten die Gemeinderäte von Steinheim und Murr – die beiden Kommunen betreiben das Freibad gemeinsam – der Sanierung grundsätzlich zugestimmt. Auslöser war der Pilz- und Fäulnisbefall der hölzernen Dachkonstruktion über den Umkleiden und dem Gastronomietrakt. Bestandteil der Entscheidung war und ist das Gastronomiegebäude, in dem auch die Personalräume untergebracht sind, abzureißen und neu zu bauen, während die Umkleiden grundlegend saniert und mit einem neuen Dach versehen werden.

Auf dieser Grundlage hat das Fachbüro Richter + Rausenberger den Entwurf weiter ausgearbeitet, und so mussten die Gemeinderäte am Dienstagabend vor allem darüber entscheiden, wie die Dächer über den beiden benachbarten Gebäuden künftig aussehen sollen. Beide Dächer, so Planerin Julia Leibiger, müssten aus optischen wie funktionalen Gründen zusammen entwickelt werden.

Unter den drei von ihr vorgestellten Möglichkeiten – einem klassischen, leicht geneigten rechteckigen Pultdach, einem geschwungenen „raffinierten“ Dach und einem rautenförmig auf die Gebäude gesetzten Dach kristallisierte sich die letztgenannte Variante als mehrheitsfähig heraus; während sich die Murrer Gemeinderäte mit einigen Anmerkungen begnügten, aber eindeutig diese Variante C favorisierten, gab es in Steinheim ein differenziertes Meinungsbild und etliche Enthaltungen bei der Abstimmung (siehe nebenstehenden Artikel). Die Murrer Räte votierten einstimmig für C.

Wie Julia Leibiger erläuterte, liegen dabei die leicht geneigten Flachdächer auf einer Stahl-Fachwerkkonstruktion auf; die Träger werden schräg zu den Gebäuden gestellt. Für den Gastronomietrakt hat diese Variante den Vorteil, einen großen Teil der Sitzplätze überdachen zu können; dagegen kann man sich eine nicht als notwendig erachtete Überdachung der Mülleimerplätze sparen.

Während die Kosten beider Dächer in den Varianten A und C mit jeweils rund 645 000 Euro nahezu identisch sind, hätte das geschwungene Dach, bei dem die Stahlkonstruktion versteckt gewesen wäre, fast 100 000 Euro mehr gekostet. Der Murrer SPD-Gemeinderat Guido Seitz bezeichnete die Variante C als „gute Mischung: Sie ist nicht zu teuer und trotzdem stylish.“ Eine kurze Diskussion entspann sich in Murr über die Frage, ob auch der zwischen den beiden Gebäuden liegende Kassen- und Eingangsbereich gleich überdacht werden soll. Ein Verfechter dieser Lösung war Gunther Eberhardt (CDU), „dann können mehr Leute bei einem Gewitter unterstehen.“ Sein Fraktionskollege Eugen Hofmann hielt eine Überdachung an dieser Stelle für überflüssig: „Da zieht‘s so, da steht niemand unter.“ Ellen Mohr-Essig (Grüne) plädierte ebenfalls dafür, auf das Zwischendach zu verzichten und stattdessen „die Fassade des neuen Gebäudes aufzupeppen und attraktiv zu gestalten.“ Planerin Leibiger versicherte, dass es technisch kein Problem sei, den Eingangsbereich auch noch nach der eigentlichen Sanierung zu überdachen.

Im neuen Gastro- und Personalgebäude, das eine Grundfläche von rund 260 Quadratmetern hat, werden die Mitarbeiter des Wellariums auf einer Fläche von gut 80 Quadratmetern einen Aufenthalts- und zwei Büroräume erhalten sowie nach Geschlechtern getrennte Umkleiden und Sanitärräume; die gibt es bislang nicht.

Der Pächter der Freibadgastronomie erhält eine neue Küche, die rund 140 000 Euro kosten wird, außerdem werden im Neubau die Kühllager zusammengefasst, es gibt Platz für Leergut, weitere Lager, die Technik und ein Büro.

Der Zeitplan ist sportlich: Abriss und Neubau des Gastrotraktes müssen zwischen September 2018 und April 2019 umgesetzt werden, der zweite Bauabschnitt und damit die Sanierung der Umkleiden ein Jahr später, so dass alle Arbeiten im Frühjahr 2020 abgeschlossen sind.