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Brunnen

Der Speidelbrunnen plätschert wieder

Der TSV Kleinsachsenheim übernimmt eine Patenschaft, weil die Stadt kein Geld dafür hat.

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Stadtteilbeauftragter Timon Friedel (links) und TSV-Vorsitzender Rainer Thaller nehmen den Brunnen in Betrieb.Foto: Alfred Drossel

sachsenheim. Seit gestern plätschert er wieder, der Speidelbrunnen in der Ortsmitte von Kleinsachsenheim. Weil die Stadt für den Betrieb ihrer Brunnen kein Geld hat und die Kosten der Pflege nicht übernimmt, wurde er vor Jahren stillgelegt. Jetzt hat der TSV Kleinsachsenheim eine Patenschaft übernommen.

Namensgeber des kleinen Brunnens mit seinen beiden gemauerten Wasserbecken an der Ortsdurchfahrt ist der frühere Lehrer und Ortschronist Gottlob Wilhelm Speidel. Besondere Verdienste um Kleinsachsenheim hat er durch die von ihm verfasste Ortschronik Kleinsachsenheims der Jahre 1560 bis 1850. Speidel starb 1943 in russischer Kriegsgefangenschaft.

Im Jahr 1956 bauten die Kleinsachsenheimer den Gedächtnisbrunnen, um Speidel aus Dankbarkeit für sein vielfältiges und langjähriges Wirken zu ehren. Ein damaliger Spendenaufruf erbrachte 1541,28 Mark. In den Achtzigerjahren wurde der Brunnenplatz umgestaltet.

2003 beschloss der Gemeinderat die Stilllegung aller städtischen Brunnen. Die Stadt wollte jährlich um die 10 000 Euro sparen. Für einige Brunnen fanden sich zeitweise Patenmodelle, wobei der Betrieb des Speidelbrunnens von 2005, acht Jahre lang, von dem Verein „Hand in Hand“ gesichert wurde.

Nach dem Klein-Höfles-Fest kam im Stadtteil die Idee auf, mit den durch den TSV Kleinsachsenheim erwirtschafteten Einnahmen den Speidelbrunnen wieder im Rahmen einer Patenschaft zu betreiben. Der Verein übernimmt nun bis zunächst 2019 die Pflege und den Betrieb des Speidelbrunnens.

Die Stadt gewährt einen jährlichen Pflegezuschuss von 400 Euro. Bisher kamen jährliche Kosten um die 600 Euro für Wasser und Strom zusammen. Der Speidelbrunnen wird aus dem Trinkwassernetz betrieben. Wassermeister Jürgen Mockler drehte gestern den Hahn auf. TSV-Vorsitzender Rainer Thaller und Stadteilbeauftragter Timon Friedle freuten sich.