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Feuerzangenbowle

Ein „Schlöckchen“ vor dem Rathaus

Vor eindrucksvoller Kulisse standen am Samstag vor Weihnachten tausende Besucher bei der 18. „Feuerzangenbowle“ auf dem Marktplatz. Zeremonienmeister Hans Christoph Lenk sorgte dafür, dass sie schon ein „wönziges Schöckchen“ nach Originalrezept zu sich nehmen konnten, bevor der Rühmann-Film „Die Feuerzangenbowle“ auf Großleinwand gespielt wurde.

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Zeremonienmeister Hans Christoph Lenk beginnt mit seiner Feuerzangenbowle auf dem Steinheimer Marktplatz.Foto: Holm Wolschendorf

Steinheim. Die Stadtverwaltung und die Stadtmarketing Steinheim hatten sich auch in diesem Jahr wieder etwas Neues einfallen lassen. Es gab nicht nur die Feuerzangenbowle-Tasse in sechster Auflage, sondern auch einen riesengroßen Geburtstagskuchen aus der Bäckerei Hoffmann, den Stadträte an die Leute verteilten. Musikalisch stimmten der Musikverein Stadtkapelle Steinheim und dessen Saxofonisten auf das ein, was der erste Beigeordnete, Norbert Gundelsweiler, als das „Winter-Kultur-Event im ganzen Bottwartal schlechthin“ bezeichnete.

Die aus einem Stadtmarketingprozess heraus nach der Idee des ehemaligen Bügermeisters Joachim Scholz, des Vorsitzenden des Bundes der Selbstständigen, Martin Daunquart, und Sabine Meichelbeck vom Stadtmarketing entstandene „Feuerzangenbowle“ erfreut sich immer größerer Beliebtheit und hat in anderen Städten längst Nachahmer gefunden. Ohne den Einzelhandel, sagte Norbert Gundelsweiler, wäre Die Feier in Steinheim gar nicht möglich. Geschäfte haben auch dieses Jahr wieder Einkaufsgutscheine als Anreiz gespendet, so dass die Besucher an einem Gewinnspiel teilnehmen konnten. Dazu mussten die Gäste raten, wie das eigens für den Film „Die Feuerzangenbowle“ komponierte Lied heißt – es war natürlich das Stück „Der Frühling liebt das Flötenspiel“.

Fernsehreif ging die Zeremonie der Zubereitung der Feuerzangenbowle vonstatten. In Rum getränkte und angezündete Zuckerhüte tropften langsam in einen riesengroßen, mit etwa 450 Litern Wein, Orangen, Zimt und Nelken gefüllten Edelstahlkessel.

„Der gärende Alkohol beginnt zu faseln und so entsteht Heidelbeerfasel oder Heidelbeefusel“, solche Sätze aus dem Schwarz-Weiß-Klassiker kennen die Dauergäste auf dem Steinheimer Marktplatz schon lange auswendig. Filmzitate wie „Lachen Sie doch nicht so lächerlich“ werden zu mitgesprochenen Lachern der Zuschauer.

Schließlich hat es eine Feuerzangenbowle in sich, wie schon Heinz Rühmann im Film sagte. „Nicht wegen des Katers. Das ist eine Sache für sich. Sie ist ein Mittelding zwischen Gesöff und Hexen. Bier sackt in die Beine, Wein legt sich auf die Zunge, Schnaps kriecht ins Gehirn. Eine Feuerzangenbowle aber geht ins Gemüt. Weich und warm hüllt sie die Seele ein, nimmt die Erdenschwere hinweg und löst alles auf in Dunst und Nebel.“

Dunst und Nebel gab es in Steinheim keinen. Dafür sorgten schon die Feuerwehr und der Bauhof. Die Veranstaltung musste schließlich wieder abgebaut und der Marktplatz für Heiligabend sauber verlassen werden.