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Filmisches Projekt zur Organspende

Peter Peters engagiert sich zu seinem 80. Geburtstag für das Anliegen der Filmakademie-Studenten

Dreharbeiten für den Werbespot, der für eine gute Sache wirbt. Foto: Leon Greiner
Dreharbeiten für den Werbespot, der für eine gute Sache wirbt. Foto: Leon Greiner

Was macht ein Mann, der 80 Jahre alt wird und zufrieden auf sein Leben zurückblickt? Er verzichtet bei der Feier zu seinem Geburtstag auf Geschenke und bittet um Spenden für ein Projekt, das ihm am Herzen liegt. Peter Peters aus Tamm möchte seinen Ehrentag dazu nutzen, das Thema Organspende ins Bewusstsein zu rücken, und unterstützt deshalb die Produktion eines Werbespots von Studierenden der Ludwigsburger Filmakademie.

Von dem, was er im Leben erreicht hat, möchte er gerne etwas zurückgeben. Peter Peters hat als Kind noch die Schrecken der letzten Kriegsjahre mit Sirenengeheul und brennenden Häusern miterlebt. Und er weiß, was Hunger und Durst sind. Aber er hat auch viele positive Erfahrungen gesammelt und blickt deshalb voller Zufriedenheit und Dankbarkeit auf sein Leben zurück. Seit 62 Jahren ist er verheiratet mit Ehefrau Ingrid, er hat zwei Töchter, Enkelkinder, einen großen Freundeskreis und erfreut sich an den Chow-Chow-Hündinnen Nashi und Naomi.

30 Jahre war Peter Peters, der aus Holzminden stammt, als Ingenieur bei Alcatel SEL tätig und am Aufbau Ost in der ehemaligen DDR beteiligt. Seit vielen Jahren engagiert er sich beim Lions-Club Ludwigsburg-Favorite und ist Vorsitzender des dortigen Fördervereins. In dieser Funktion hat er auch von dem Projekt der beiden Studierenden an der Filmakademie erfahren. Der Entwurf für den Werbespot mit dem Titel „Story of Pain and Hope“ beeindruckte ihn.

Der Lions-Club unterstützte die Initiative spontan. Peter Peters will seinen runden Geburtstag am heutigen Mittwoch ebenfalls dazu nutzen, dieses Vorhaben zu unterstützen. 70 Gäste erwartet er zu seiner Feier. Er hofft, an den Erfolg einer vorangegangenen Aktion anknüpfen zu können. So war er maßgeblich an einer Spendenaktion beteiligt, um Kliniken im Land mit Geräten zur Früherkennung von Hörschäden bei Babys auszustatten.

Die Idee für den dreiminütigen Werbespot, der nach seiner Fertigstellung via Internet verbreitet werden soll, hatte Nicolas Bori, Student der Filmakademie im Bereich Werbefilm. Feuer und Flamme für das Projekt, nämlich Organspende zum Thema ihrer Diplomarbeit zu machen, waren seine Kommilitonen Daniel Kottirsch und Simona Weber. Seitdem sind sie tief in das Thema eingetaucht.

„Von 29 Ländern in Europa befindet sich Deutschland bei der Zahl der Organspenden auf Platz 25“, gibt Bori zu bedenken. In eindrucksvollen Bildern wollen die Studenten die Geschichte von einer Mutter und deren Tochter erzählen, deren transplantierte Organe einem anderen Kind das Leben retten. „Unser Ziel besteht darin, Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu richten und Leute zu sensibilisieren“, sagt Weber. Ganz bewusst haben sie sich dafür entschieden, beide Seiten darzustellen, den Spender und den Empfänger.

Obwohl die Filmakademie die Technik stelle und viele Ehrenamtliche das Filmteam unterstützen, sei es kaum möglich, diesen Film ohne finanzielle Unterstützung zu drehen, freuen sich Simona Weber und die anderen Beteiligten deshalb über die Begeisterung, mit der Peters ihr Projekt unterstützt. Er will seine Feier dazu nutzen, Organspendeausweise auszulegen. Ehrensache, dass seine Frau Ingrid und er das Dokument bereits ausgefüllt haben.

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