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Umwelt

Gehölz muss Bagger weichen

Rückschnitt wegen Sanierung der Treppe an der Paul-Aldinger-Schule – Am Rande des Naturdenkmals

Die Treppe von der Paul-Aldinger-Schule hinunter zur Kelterstraße wird saniert, die Böschung wurde in Mitleidenschaft gezogen.Foto: Oliver Bürkle
Die Treppe von der Paul-Aldinger-Schule hinunter zur Kelterstraße wird saniert, die Böschung wurde in Mitleidenschaft gezogen. Foto: Oliver Bürkle

Steinheim. Jeder private Bauherr bekomme einen Bußgeldbescheid und hier werde für die Sanierung der Treppe von der Paul-Aldinger-Straße hinunter zur Kelterstraße die Böschung einfach abgeholzt und Gehölz herausgerissen, damit die Bagger bequemer an die Baustelle kommen: Ein Bürger äußert sich entsetzt über eine Baumaßnahme in Kleinbottwar, die seiner Meinung nach mitten in einem Naturdenkmal liegt. Auch das Gras im unter der Treppe verlaufenden Hohlweg sei in Mitleidenschaft gezogen.

„Die Stadt hat damit nichts zu tun“, betont der städtische Umweltbeauftragte Eric Hirsch auf Nachfrage der LKZ. Das Naturdenkmal gehöre zwar der Stadt, aber für die Arbeiten an der Paul-Aldinger-Schule sei der Landkreis Ludwigsburg zuständig. Natürlich sei es ärgerlich, dass bei den Arbeiten die Böschung in Mitleidenschaft gezogen worden sei. „Das ist ein Unding im Naturdenkmal“, sagt Hirsch, der allerdings glaubt, dass die Firma eine gewisse Eigendynamik entwickelt habe. Er hofft, dass Konsequenzen gezogen werden und die Böschung und gegebenenfalls der Hohlweg wieder nachbepflanzt werden müssen. Der Hohlweg in Kleinbottwar sei neben dem Wacholderberg in Steinheim der einzige, der noch erhalten und nicht verfüllt worden sei. „Die Hohlwege haben kulturhistorische Bedeutung“, betont Hirsch. Der aber auch Verständnis für den Landkreis Ludwigsburg und die untere Naturschutzbehörde zeigt: Für den Landkreis sei dies eine Minibaumaßnahme, die man nicht ständig bewachen könne.

„Das Naturdenkmal wurde nicht zerstört, es befindet sich nicht auf dem Gelände der Schule“, antwortet ein Sprecher des Landratsamtes auf Nachfrage. Die Baustelle befinde sich neben dem Naturdenkmal, es seien allenfalls Randbereiche des Naturdenkmals beeinträchtigt. Vom Rückschnitt betroffen sei nur ein kleiner Teil am Antritt der Treppe. Dort seien in der Tat Gehölze auf Stock gesetzt worden, um mit dem Bagger zufahren zu können. Sofern notwendig, würden in Abstimmung mit der Stadt Steinheim Pflanzen nachgepflanzt.

Das vom Landratsamt ausgewiesene Naturdenkmal beginne bei der Treppe und dehne sich dann aber in die entgegengesetzte Richtung nach Westen in Richtung Paul-Aldinger-Straße aus. In diesem Bereich handle es sich um einen kulturgeschichtlich wertvollen Rest einer alten Wegverbindung. Der Hohlweg mit steilen Böschungen sei als gesetzlich geschütztes Biotop kartiert.

Die Treppe war nicht mehr verkehrssicher und musste wegen der Unfallgefahr saniert werden.

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