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Straßenbau

L 1115 soll Bundesstraße 29 werden

Das Thema gärt seit Jahrzehnten: Die Landesstraße 1115 wird dieses Jahr noch zur Bundesstraße hochgestuft. Damit verbunden ist die Hoffnung auf einen schnelleren Ausbau auf drei Spuren.

22 600 Fahrzeuge quälen sich täglich über die L 1115. Foto: Ramona Theiss
22 600 Fahrzeuge quälen sich täglich über die L 1115. Foto: Ramona Theiss

Großbottwar. Der Bund hat der Aufstufung der L 1115 zwischen Backnang und Mundelsheim grundsätzlich zugestimmt, dies teilte das Verkehrsministerium gestern mit. Der Ausbau der Straße von zwei auf drei Fahrstreifen rückt damit zumindest in greifbarere Nähe. Und dieser wäre, so die Ansicht aller Beteiligten, mehr als sinnvoll.

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„Wir werden mit Argusaugen auf den Lärmschutz achten.“

Ralf Zimmermann
Bürgermeister

Die L 1115 ist als Anbindung zwischen der B 14 bei Backnang und der Anschlussstelle zur A 81 bei Mundelsheim ein wichtiger Bestandteil der Verbindung zwischen den Städten Backnang und Heilbronn. Die Straße ist viel befahren – erst recht seit dem Ausbau der B 14 bis Backnang. Das Verkehrsministerium spricht von 22.600 Kraftfahrzeugen täglich, für die die vorhandenen zwei Fahrstreifen nicht mehr ausreichen. Das bestätigt auch Großbottwars Bürgermeister Ralf Zimmermann: „Wir nehmen wahr, dass der Verkehr zunimmt.“ Auch sei die Straße im jetzigen Zustand vorsichtig formuliert nicht optimal: Sie ist kurvig, schmal und jetzt schon am Limit.

Mit der Hochstufung zur Bundesstraße verbunden ist die Hoffnung auf eine frühere Realisierung des Ausbaus. So ist die Finanzierung über das Um- und Ausbauprogramm des Bundes möglich, erklärt ein Sprecher des Verkehrsministeriums. Die Kosten werden derzeit auf 56,5 Millionen Euro bei teilweise auch zwei- oder vierstreifigen Teilabschnitten geschätzt. Die Kosten für einen gesamten dreistreifigen Ausbau der Gesamtstrecke liegen laut Verkehrsministerium aber deutlich höher. Aktuelle Zahlen gibt es hierfür noch nicht, so der Sprecher.

Bereits im Februar 2017 hatte das Land das Aufstufungsgesuch zu einer Bundesstraße, die dann B 29 heißen soll, wegen der überregionalen Verkehrsfunktion an den Bund übersandt. Im Mai 2017 lehnte der Bund dies ab und plante zunächst eine eigene Verkehrsuntersuchung, um die Notwendigkeit nachzuweisen. Darauf stellte das Land eine vorhandene Untersuchung und den künftigen Streckenverlauf dem Bund zur Verfügung, so dass der Bund nun zustimmte.

„An der Belastung durch den Verkehr ändert diese Höherstufung nichts“, sagt Großbottwars Bürgermeister Ralf Zimmermann. Für ihn sei vor allem der Lärmschutz für die Bürger relevant. „Da werden wir mit Argusaugen darauf achten“, sagt er. Generell sind die Anforderungen an den Lärmschutz bei beiden Straßentypen identisch, informiert der Sprecher des Ministeriums. Auch bei der weiteren Planung wolle sich die Stadt einbringen. Der Straßenverlauf solle so weit wie möglich von der Bebauung abgerückt werden, auch die für den landwirtschaftlichen Verkehr nach Aspach wichtige Verbindung müsse bestehen bleiben, am liebsten kombiniert mit einem Radweg.

Bei einzelnen Punkten, wie zum Beispiel dem baulichen Zustand der Strecke und entsprechenden Sanierungsmaßnahmen, bestehe weiterer Abstimmungsbedarf zwischen Bund und Land, heißt es aus dem Verkehrsministerium. Der Bund knüpfe seine Zustimmung an die Erfüllung bestimmter Voraussetzungen. Dazu soll es noch im Januar Gespräche geben. „Ich bin zuversichtlich, dass die kommenden Verhandlungen schnell abgeschlossen werden können und die L 1115 noch in diesem Jahr zur B 29 aufgestuft wird“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann in Stuttgart. Erst danach geht es an weitere Planungen und Genehmigungsverfahren, die sich über mehrere Jahre ziehen können.

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