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Marathon wird von einem Todesfall überschattet

Die größte geführte Mountainbike-Tour Deutschlands hat am Samstag 700 Mountainbiker in 38 Gruppen mit Muskelkraft in den Stromberg geführt. Der Herztod eines Sportlers hat die Großveranstaltung allerdings überschattet. Das Brunnenfest der Interessengemeinschaft der Selbstständigen (IGS) lockte am ersten Sommerwochenende Tausende Besucher in die Stadt.

Die 700 Mountainbiker passieren das Bönnigheimer Schloss.Foto: Alfred Drossel
Die 700 Mountainbiker passieren das Bönnigheimer Schloss. Foto: Alfred Drossel

bönnigheim. Die 700 Teilnehmer des Stromberg-Marathons waren schockiert, als gegen Mittag der Herztod eines Teilnehmers die Runde gemacht hat. Die Organisatoren überlegten noch, die Veranstaltung abzubrechen, entschieden sich jedoch die Biker weiterfahren zu lassen. Allerdings wurde die Musik auf dem Schlossplatz abgestellt.

Lange war die Identität des aus Ludwigsburg stammenden Mannes unklar, weil er für seine Schwägerin nachgemeldet war. Er war nach zehn Uhr am Schlossplatz mit einer Gruppe zur 80-Kilometer-Tour gestartet. Auf dem steilen aber kurzen Aufstieg am Baiselsberg bei Hohenhaslach war die Gruppe abgestiegen und hatte das Rad geschoben.

Plötzlich brach der Mann mit einem Herzinfarkt zusammen. Ein mitfahrender Rettungssanitäter leitete die Reanimation ein. Der herbeigerufene Notarzt führte sie 45 Minuten weiter. Auch der Rettungshubschrauber war im Einsatz. Alle Bemühungen waren allerdings umsonst. Dem ganzen Tag und am Abend herrschte eine gedrückte Stimmung unter den Radlern. Seit es den Moutainbike-Marathon gibt ist so etwas noch nie passiert.

Der Samstagmorgen begann heiter. Gewusel herrschte auf dem sonnenbeschienenen Bönnigheimer Schlossplatz. Am Georgsbrunnen sammelten sich die Mountainbiker um die Guides Moritz Buschmann und Reiner Aisenpreis. Christian Bauer aus Erligheim stand mit 17 Radlern im Pulk und wartete auf das Startzeichen zum ersten Power-Track des Tages. Vom Turm der Cyriakuskirche schlug es neun Uhr. Es folgte der Start bei schönstem Wetter.

Die Veranstaltung ist eine geführte Tour durch den Stromberg und hat keinen Renncharakter. „Der Spaß an der Bewegung und das gemeinsame Erleben der Umgebung stehen im Mittelpunkt“, betonte Uwe Trinkner vom Organisationsteam der Mountainbikefreunde Bönnigheim, den Veranstaltern. Ortskundige Guides begleiteten die überschaubar großen Gruppen. Auf der Strecke, beispielsweise an der Zaberfelder Ehmetsklinge, sind Verpflegungsstationen eingerichtet. Im Jahr 2005 fand der Strombike-Marathon erstmals statt. Damals gingen 180 Teilnehmer auf die Strecke. Von Jahr zu Jahr wurden es mehr. Jetzt ist die Teilnahme bei 700 gedeckelt. „Organisatorisch ist nicht mehr zu machen“, sagte Uwe Trinkner. Angeboten wurden wieder zwei Distanzen, Short Track über etwa 55 Kilometer und 1.100 Höhenmeter sowie der Power Track über 80 Kilometer und 1.800 Höhenmeter.

Der Bönnigheimer Klärwerkbetriebsleiter Albrecht Hamm ließ es sich nicht nehmen zum 13. Mal beim PowerTrack zu starten. Zum zweiten Mal waren auch Handbiker am Start. Unter ihnen der Hohenhaslacher Eugen Weiberle. Sie wurden von vier Guides begleitet. Von 15 Uhr an trafen die ersten Gruppen am Schloss ein.

Die Show von Oliver Widmann ist eine der Attraktionen des Brunnenfestes gewesen, das sich perfekt dem Radlerevent anschloss. Zum Auftakt trat die Besigheimerin Lea Inchingolo auf, die es bis in die letzte Runde der SAT1-Show „The Voice Kids“ geschafft hatte. Der Marktplatz wurde am Abend von „Touchwood“ beschallt. Die Geschäfte hatten geöffnet und luden zum Bummeln ein. An Verpflegungsständen gab es zu Essen und Trinken. Am Sonntag tourte Clown Tom Bolton durchs die Stadt. Es gab ein Tortenschießen, Modeschauen und Gesangseinlagen. Der IGS-Vorsitzende Martin Queisser und seine Vorstandskollegen zeigten sich erfreut über diesen Erfolg.

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