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Ausbildungsjahr

Mehr Abiturienten machen Lehre

Anteil der Hauptschüler nimmt dagegen deutlich ab – Insgesamt mehr Neuverträge im Kreis Ludwigsburg

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Eine junge Frau, die sich zur Industriemechanikerin ausbilden lässt, feilt ein Metallstück. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Stuttgart. In der Region Stuttgart starten 9440 Auszubildende in einen Industrie-, Handels- oder Dienstleistungsberuf – mehr als 3400 von ihnen haben einen Schulabschluss, der zum Besuch einer Hochschule berechtigt. Hatte vor zehn Jahren jeder fünfte neue Auszubildende einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss, ist es heute jeder Dritte (knapp 37 Prozent, Stichtag: 29. August 2018). Dieser Trend gilt für ganz Baden-Württemberg. Die meisten Abiturienten möchten sich zu Industriekaufleuten ausbilden lassen oder sind in Banken sowie im Büromanagement vertreten, wie Marjoke Breuning gestern bei einem Pressegespräch in Stuttgart sagte.

Die Präsidentin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart sprach von rund 160 000 Schulabgängern im Land – 70 000 von ihnen hätten eine Zugangsberechtigung für eine Hochschule. Dass sich immer mehr Abiturienten direkt nach der Schule für eine betriebliche Ausbildung entschieden, sei offensichtlich das Verdienst der einzelnen Kammern: Deren Verdienste „tragen nach und nach Früchte“.

Das ändert aber nichts an der Gesamtsituation, in der sich die IHK-Ausbildungsbetriebe befinden: Diese könnten immer häufiger ihre Lehrstellen nicht besetzen. Breuning bezeichnete die Lage auf dem Lehrstellenmarkt als schwierig – auch, weil die Zahl der Schulabgänger insgesamt sinke. „Unsere Betriebe sind für jeden geeigneten Bewerber dankbar.“

Während der Anteil der Abiturienten in den IHK-Ausbildungsberufen steigt, nimmt jener der Hauptschüler ab. In der Region Stuttgart beträgt er derzeit etwa zwölf Prozent – im Jahr 2009 waren es noch knapp 24 Prozent. Ein Grund dafür ist, dass es immer weniger Schulabgänger mit Hauptschulabschluss gebe und immer mehr Hauptschulen geschlossen würden.

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Breuning betonte, dass junge Leute mit Hauptschulabschluss nicht vom Lehrstellenmarkt verdrängt würden. „Im Gegenteil: Wenn sie leistungsbereit und zuverlässig sind, haben sie beste Chancen.“ Hauptschulabsolventen fänden vor allem im Handel, in der Lagerlogistik, in der Industrie und im Gastgewerbe einen Ausbildungsplatz. Im Landkreis Ludwigsburg stieg die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in IHK-Berufen innerhalb eines Jahres geringfügig – von 1516 auf 1527 (Stichtag: 28. August 2018).

Das Handwerk in der Region Stuttgart verzeichnet 4062 neu abgeschlossene Verträge. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von gut sechs Prozent.