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ChinaHaus

Nach Gegenwind fliegt der Drache

Die Insolvenz ist aufgehoben, jetzt wird das Ming China Center wieder mit Leben erfüllt. Neben dem Restaurantbetrieb sollen auch kulturelle Veranstaltungen einen Hauch Fernen Osten an den Neckar bringen.

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Das Ming China Center wird wieder mit Leben und Veranstaltungen gefüllt. Es soll auch chinesisches Kulturzentrum sein. Foto: Ramona Theiss

FREIBERG. Im Juli war eine dreitägige Ausstellung mit chinesischer Tuschemalerei Vorbote für die geplante Wiedereröffnung des Ming China Centers. Rund vier Jahre war das Chinahaus, wie es im Volksmund heißt, geschlossen. Kürzlich hat Geschäftsführer Ming Ze Schaumann den Betrieb inklusive Restaurant wieder aufgenommen. Die ersten Gäste wurden bereits bewirtet. „Am 8. August erfolgte die offizielle Aufhebung der Insolvenz“, erklärte Ingrid Mildenberger, persönliche Assistentin von Ming Ze Schaumann, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Am vergangenen Samstag fand die offizielle Wiedereröffnungsfeier statt. Bürgermeister Dirk Schaible gestaltete sein Grußwort nach Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Gut erinnerte sich der Schultes an die letzte Neueröffnungsfeier des frisch sanierten Gebäudes im Mai 2011. „Ich habe damals schon von der wechselvollen Geschichte mit Auf und Ab gesprochen, jetzt muss ich feststellen, dass weitere Auf und Abs folgten“, blieb die damalige Hoffnung auch des Bürgermeisters unerfüllt, dass fortan alles in ruhigen Bahnen verlaufen möge.

„Es gab Knatsch innerhalb der Gesellschaft und Gerichtsverfahren dauern einfach“, fasste Schaible die jahrelangen Streitigkeiten kurz zusammen. „Doch Sie haben in allen Instanzen Recht bekommen“, freute er sich für Schaumann und leitete in die Gegenwart über: „Das Ming China Center geht vom Ruhemodus in den Vollbetrieb über und wird wieder mit Leben gefüllt.“ Ein chinesisches Sprichwort besage: „Wenn der Drache steigen will, muss er gegen den Wind fliegen.“ Auch Schaumann habe viel Gegenwind zu spüren bekommen, aber das habe bewirkt, dass der Drache nun wieder fliege. Schaible forderte die Besucher auf, die kulinarischen Genüsse und das kulturelle Leben Chinas kennenzulernen. Für diesen Blick über den eigenen Tellerrand müsse man nicht weit reisen, sondern das Angebot gebe es vor der Haustür. Für die Zukunft wünschte Bürgermeister Dirk Schaible dem Ming China Center viel Erfolg und äußerte schmunzelnd die Hoffnung, „dass es jetzt keine Wiedereröffnungen mehr gibt.“

Anschließend sprach Ingrid Mildenberger kurz die Gerichtsverfahren an. „Wenn drei Gesellschafter sich streiten, freut sich der vierte und das war der Insolvenzverwalter“, stellte sie fest. „Er sollte eigentlich nur die Prüfung machen, doch wollte er das Haus verkaufen, was nicht im Sinne Schaumanns war.“ Und so sei es ein langer Weg geworden. „Ein Insolvenzverwalter hat viel Macht und kann viel Gegenwind erzeugen“, griff sie das Sprichwort auf. „Wir haben fliegen gelernt.“ In Freiberg kursierten auch einige Gerüchte, darauf dürfte man sie oder Schaumann gern ansprechen.

Doch die Vergangenheit sollte an dem Tag ruhen, viel mehr lagen Mildenberger Gegenwart und Zukunft am Herzen. Ins Restaurant gehe man nicht zum schnellen Essen, im Ming China Center werde Genuss und Koch-Kunst großgeschrieben, betonte sie. Täglich serviert würden in Haus und Garten Getränke und Snacks, doch warmes Essen gebe es nur auf Reservierung.

Das Restaurant ist ein Grundpfeiler, doch soll das Ming China Center auch chinesisches Kulturzentrum sein. Geplant sind Veranstaltungen zur chinesischen Kultur, Sprachkurse, Teezeremonie oder Vorbereitungskurse für Geschäftskontakte mit Chinesen. Dabei gehe man Schritt für Schritt voran, bat Mildenberger um Nachsicht, „wenn anfangs noch etwas Sand im Getriebe ist.“

Umrahmt wurde die Eröffnungsfeier von chinesischen Tänzen, aufgeführt von der Tanzschule Sabine Bloehs aus Kornwestheim, sowie musikalischen Beiträgen durch das Flötenensemble der Jugendmusikschule Freiberg/Pleidelsheim.