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Narren

Narren machen Gerlingen zu einer Partyzone

Von den Dimensionen glich der 42. Umzug des Frohen Faschingsclubs (FFC) Gerlingen einem Landesnarrentreffen: 100 Gruppen mit rund 3500 Teilnehmern fluteten die Innenstadt und machten den Rathausplatz zur Partyzone.

Wildes Narrentreiben rund um den Rathausplatz in Gerlingen. Fotos: Ramona Theiss
Wildes Narrentreiben rund um den Rathausplatz in Gerlingen. Foto: Ramona Theiss
Wildes Narrentreiben rund um den Rathausplatz in Gerlingen. Fotos: Ramona Theiss
Wildes Narrentreiben rund um den Rathausplatz in Gerlingen. Foto: Ramona Theiss
Wildes Narrentreiben rund um den Rathausplatz in Gerlingen. Fotos: Ramona Theiss
Wildes Narrentreiben rund um den Rathausplatz in Gerlingen. Foto: Ramona Theiss
Wildes Narrentreiben rund um den Rathausplatz in Gerlingen. Fotos: Ramona Theiss
Wildes Narrentreiben rund um den Rathausplatz in Gerlingen. Foto: Ramona Theiss

Gerlingen. „Bereits im November musste die Gästeliste geschlossen werden“, sagt der Präsident des FFC, Udo Dölker. Das Wochenende war mit Terminen schwach belegt, und die Karnevalskampagne in diesem Jahr ist extrem lang. „Vielleicht war vielen Gruppen einfach langweilig“, vermutet er den Grund hinter dieser Rekordzahl. Normal seien 40 teilnehmende Vereine. Für 2019 musste sogar 30 von ihnen eine Absage erteilt werden.

Etwa 70 Busse fahren zur Mittagsstunde im Minutentakt in Gerlingen-City vor. Obwohl oder gerade weil die Kernstadt für Autos gesperrt ist, kommt der Verkehr in der Hauptstraße zum Erliegen. Hexen und Teufel, Fabeltiere und Gardemädchen, Tollitäten und Elferräte, Guggenmusiker soweit das Auge reicht. Viele ziehen Bollerwagen hinter sich her, bestückt mit Bier, Sekt, Wein und Hochprozentige. O oft mit im Gepäck sind große Lautsprecherboxen, aus denen Stimmungsmusik wummert. Die Kneipen und Restaurants machen mit Getränken und Wurst vom Grill ein Bombengeschäft.

Die Leute haben Spaß und die Laune überträgt sich schnell auf die Zuschauer des Zugs, die in etwa gleicher Stärke die Straßen säumen. Ihnen ist bewusst, welches Risiko sie eingehen. Narren spielen gerne Streiche: Haare werden verwuschelt und Gesichter eingefärbt, Schnürsenkel werden verknotet und Haargummis geklaut.

Einige nehmen eine unfreiwillige Konfettidusche oder sie werden zu wilden Tänzen entführt. Die Bronnengeister aus Tiefenbronn lassen Zuschauer schon einmal in einem Sarg Probeliegen oder sie spielen mit ihnen menschliches Glücksrad, so wie früher die Messerwerfer im Zirkus.

„Alles zur Freude, niemand zum Schaden. Wir weisen darauf hin, dass der Narrenkodex eingehalten wird“, betont Dölker. Ein einfaches „Nein“ müsse auch beachtet werden. Und beim FFC gelte: kein Alkohol unter der Maske. Eine Minderheitsmeinung. In den Blechtassen ist meistens „Frostschutzmittel“ aus der rollenden Bar.

Hexen zeigen waghalsige Pyramiden, Prinzenpaare winken huldvoll und bei Kälte tapfer lächelnd von Cabrios. Ansonsten regnet es Bonbons, auf die sich die Kinder mit Stofftaschen stürzen. Erwachsene halten geöffnete Regenschirme verkehrt herum oder Hüte, um noch fettere Beute für die Enkel zu machen.

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