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Jugendhaus

Nur die Dachterrasse fehlt dem Schultes

Richtfest am neuen Jugendhaus – Stadt investiert 1,5 Millionen Euro – Projekt liegt im Kosten- und Zeitplan

Richtfest: Nur „die Oberen“ haben den Blick von oben. Foto: Holm Wolschendorf
Richtfest: Nur „die Oberen“ haben den Blick von oben. Foto: Holm Wolschendorf

Steinheim. Für Thomas Winterhalter steht am Donnerstagnachmittag eine Premiere im Terminkalender. Zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt begrüßt der Steinheimer Schultes das Publikum bei einem Richtfest. An diesem einschneidenden Termin ist der Bau des neuen Jugendhauses in der Schulstraße angelangt.

Die Einrichtung muss aus ihrem jetzigen Gebäude am Bahnhof ausziehen, der Mietvertrag wurde nicht verlängert. Die Kommune investiert 1,5 Millionen Euro in den Neubau. Im Juli 2017 bekannte sich der Gemeinderat mit einem Grundsatzbeschluss zu dem Projekt, im November 2018 folgte der Spatenstich auf grüner Wiese.

Der Standort wurde mit Bedacht in direkter Nachbarschaft zum Schulzentrum gewählt. „Wir hoffen, dass wir die Sozialarbeit durch diese Nähe noch stärker in die Schulen bringen können“, sagt Winterhalter. Nicht zuletzt geht der Umzug mit einer Personalaufstockung einher. Im alten Jugendhaus ist ein Sozialarbeiter beschäftigt, der Gemeinderat hat eine weitere Vollzeitstelle bereits bewilligt.

Der Bürgermeister ist an diesem Tag ein Glückspilz. Noch vor zwei Tagen hätte er seine Rede im Dauerregen halten müssen. Nun aber steht er auf dem Dach des Rohbaus und genießt gemeinsam mit Bauamtsleiter Frank Fussenegger bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen die Panoramaaussicht ins Grüne.

„Der Blick lohnt sich“, versichert Winterhalter den zahlreichen Schaulustigen auf dem Erdboden. Sein Bauamtsleiter verliest den Richtspruch in Ermangelung eines Handwerksmeisters selbst und weiht den Rohbau mit einem zerschmetterten Sektglas ein. „Quadratisch, praktisch, gut“. So habe sich der Gemeinderat das neue Jugendhaus gewünscht, sagt Fussenegger. Und genau ein solches Jugendhaus entstehe jetzt auch. Die quadratische Struktur füge sich gut in die rechteckigen Formen der nahen Schulgebäude ein, meint der Bauamtsleiter. „Das passt auf den Campus.“

Die Aufträge sind laut Fussenegger zu 85 Prozent vergeben. Er rechnet bei den verbleibenden 15 Prozent nicht mehr mit bösen Überraschungen. Nach derzeitigem Stand werden Zeit- und Kostenrahmen eingehalten, so dass der Umzug bis Jahresende über die Bühne gehen kann.

Der Bürgermeister hat nach dem erhebenden Blick aus erhöhter Position eigentlich nur einen Kritikpunkt: „Die Dachterrasse fehlt“, scherzt er. Dafür wird es aber vor dem Gebäude eine ebenerdige Terrasse geben, die laut Fussenegger halböffentlichen Charakter haben soll. Wie genau eine halböffentliche Nutzung aussieht, wird sich wohl erst im Sommer 2020 erweisen.

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