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Erziehung

Schon möglichst früh Vorbild sein

Der Tammer Kindergarten in der Häldenstraße nimmt an einem Gesundheitsprogramm des Landes zu Bewegung und gesunder Ernährung teil. Dafür gibt es nun eine Auszeichnung – und wichtige Erkenntnisse für die Zukunft und für weitere Einrichtungen.

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Kindergartenleiterin Susanne Adolph und Kollegin Sandra Varga. Foto: Carolin Schneider
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Tamm. Bereits im Kindesalter können die Weichen für ein gesundes Leben gestellt werden – und das ist auch das oberste Ziel des Programms „Komm mit in das gesunde Boot“ der Baden-Württemberg-Stiftung. Sie stellt dafür Kindertagesstätten und Grundschulen Material zur Verfügung, um gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung in den Alltag zu integrieren. Auch der Tammer Kindergarten Häldenstraße hat daran und einer zusätzlichen Studie teilgenommen und ist nun für sein Engagement bei einer Feier in Stuttgart ausgezeichnet worden.

„Willkommen an Bord“, begrüßte Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg-Stiftung, die Erzieher zur Verleihung des gleichnamigen Zertifikats im Lindenmuseum. Anwesend waren die Vertreter der Kindergarten, die an dem landesweiten Programm und an einer Gesundheitsstudie mitgemacht haben. Für ihr Engagement wurde ihnen nun von Staatssekretär Volker Schebesta als Vertretung der Kultusministerin ein Zertifikat überreicht.

Unter den Erziehern sind auch Susanne Adolph und Sandra Varga vom Kindergarten Häldenstraße in Tamm. „Im Kollegenkreis haben wir beschlossen, dass wir an der Studie teilnehmen wollen“, erklärte Kindergartenleiterin Adolph. Regelmäßig bekomme der Kindergarten Informationen von der Baden-Württemberg Stiftung.

Wer an dem Programm teilnimmt, bekommt kostenfrei Materialien, um gesunde Ernährung und kleine Bewegungsspiele umsetzen zu können, erklärt Adolph. Im Mittelpunkt stehen die beiden Piratenkinder Fine und Finn. „Die Kinder waren vor allem sehr begeistert von den Maskottchen“, so Adolph.

In der Tammer Kindertagesstätte wurden verschiedene Tipps der Baden-Württemberg Stiftung umgesetzt: So haben sie zum Beispiel ein gesundes Frühstück organisiert oder Bewegungsspiele in den Abschluss- oder Morgenkreis eingebaut. „Wir sind sowieso schon sehr viel in Bewegung“, sagt Adolph. „Aber ein paar Anregungen konnten wir uns trotzdem holen.“ Sehr zufrieden sei sie gewesen mit der Aufbereitung der Materialien. Im gesamten Kindergarten wurden die Übungen und Anregungen eingebaut. 20 Kinder haben zusätzlich dazu an der Gesundheitsstudie, die von der Universität Ulm durchgeführt wurde, teilgenommen. Die Kinder mussten zu Beginn des Programms zum Beispiel aus dem Stand springen, laufen oder Obstsorten benennen. Anschließend wurde in einer Gruppe das Programm „Komm mit in das gesunde Boot“ eingeführt, die andere startete erst später damit. So konnte herausgefunden werden, wie sich das Programm auf die Gesundheit der Kinder auswirkte. Projektleiter Jürgen Steinacker vom Uniklinikum Ulm gab in Stuttgart erste Ergebnisse der Studie bekannt. So konnte bewiesen werden, dass die Kinder, die von Anfang an am Programm teilgenommen hatten, fitter sind und mehr über gesunde Ernährung wissen als die anderen.

„Es ist wichtig, bereits bei den Kindern den Grundstein für einen gesunden Lebenswandel zu legen“, so Schebesta. Denn nur wenn die Kinder eine Gesundheitserziehung erfahren, können sie am Tisch mitdiskutieren und im besten Fall auch ihren Eltern ein Vorbild sein, so der Staatssekretär. Zusätzliche Programme wie das der Baden-Württemberg-Stiftung, die den Bildungsplan unterstützen, haben einen hohen Stellenwert im Kultusministerium, erläuterte Schebesta. Sein Dank ging besonders an die Erzieher, die sich bereiterklärt hatten, das Programm in ihren Kindergartenalltag zu integrieren.