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Winzerfest

Sicherheitspersonal wird verstärkt

Wenn am dritten Septemberwochenende das Winzerfest in Besigheim mit Tausenden Besuchern gefeiert wird, hoffen alle Beteiligten auf ein friedliches Fest. Zum unbeschwerten Feiern beitragen soll auch das Sicherheitskonzept, das nun weiterentwickelt wird.

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Volle Gassen: Das Winzerfest in Besigheim lockt viele Besucher an. Foto: Alfred Drossel

Besigheim. Nachrichten über Anschläge, Überfälle und Übergriffe verunsichern viele Menschen. Auch deswegen entwickeln viele Kommunen ihr Sicherheitskonzept für Großveranstaltungen weiter. In Besigheim ist das bislang bei jedem Winzerfest geschehen. „Jetzt hat man aufgrund der aktuellen Vorkommnisse gesagt, dass man mehr machen müsste“, erklärt Hauptamtsleiterin Sabine Keller im Gespräch mit unserer Zeitung.

Der Gemeinderat wird sich heute Abend mit dem Konzept beschäftigen, hat aber im Laufe des Jahres bereits einige Entscheidungen getroffen, die laut Keller dem Sicherheitsaspekt ebenfalls Rechnung tragen. Keller verweist hierbei beispielsweise auf die Rechtsverordnung für Gaststätten, die eine einheitliche Sperrstunde um 2 Uhr vorsieht, und auf die Ausweitung des Zubringerdienstes, der jetzt bereits freitags verkehrt. Seit einigen Jahren ist ein privater Sicherheitsdienst während der Festtage im Einsatz. In diesem Jahr soll mehr Personal in Besigheim sein. „Die Präsenz der Security und der Polizei soll der Besucher wahrnehmen können“, sagt Sabine Keller – „auch in den Randbereichen des Festes“. Der Sicherheitsdienst werde zudem wieder kontrollieren, ob die Stand- und Kellerbetreiber die Auflagen einhalten. Während des Winzerfestes soll auf die nächtliche Abschaltung der Straßenlampen verzichtet werden, „auch die Parkplätze sind nachts beleuchtet“.

Lange vor dem Winzerfest machen sich die Organisatoren Gedanken über den Ablauf. Wenn ein Sicherheitskonzept erstellt wird, werden mögliche Szenarien durchgespielt. „Man überlegt sich im Vorfeld, was könnte passieren?“, erklärt die Besigheimer Hauptamtsleiterin. Und dann wird das Konzept erstellt – „man hofft natürlich immer, dass man es nicht braucht“.

Der Polizei sei zum Beispiel wichtig gewesen, dass es einen Plan gibt, auf dem die Fluchtwege festgelegt werden. „Das hatten wir bereits“, sagt Sabine Keller. Neu hinzugekommen sind Sammelplätze, die im Falle einer Evakuierung nötig sind. Was es beim Winzerfest bislang auch noch nicht gegeben hat, sind sogenannte „Manv“-Plätze. „Manv“ steht für Massenanfall von Verletzten – also viele Menschen, die medizinisch versorgt werden müssen. Über den Ort müsse man sich noch Gedanken machen. Wichtig sei, dass das Gebäude von Rettungskräften gut angefahren werden könne und dass es genug Platz gebe beispielsweise für Feldbetten.

Neu wird in diesem Jahr auch eine Liste für und über die Stand- und Kellerbetreiber sein. Darauf sind die jeweiligen Standnummern und Notrufnummern vermerkt. „Dann weiß die Polizei oder der Rettungsdienst gleich, wo beim Einsatz hingefahren werden muss“, erklärt Sabine Keller. Das ist gerade in den schmalen Gassen der Besigheimer Altstadt von Vorteil. Die Enge der Straßen spielt auch beim Standaufbau eine Rolle. „Es wird genau darauf geachtet, dass die Rettungswege frei sind“, betont die Hauptamtsleiterin und zeigt auf eine Straßenkarte, auf der sämtliche Flucht- und Rettungswege markiert sind. Zum Winzerfest wird auch ein Koordinierungsstab eingerichtet. „Das gab es bisher in ähnlicher Form“, tagsüber hätten sich Verantwortliche getroffen, um über den Vortag zu reden – wie ist der Abend gelaufen, was kann verbessert werden? Eine Liste mit den wichtigen Telefonnummern von Organisatoren und Einsatzkräften hat es bislang zwar schon gegeben, aber nun soll auch geregelt werden, dass ein bis zwei Personen rund um die Uhr erreichbar sind. „Das hatten wir in der Art und Weise nicht.“

Auch beim Umzug am Winzerfestsonntag soll es eine Änderung geben: Aus Sicherheitsgründen werden laut Sabine Keller ganz vorne keine Pferde mitlaufen. Doch auf die Vierbeiner müssen die Zuschauer natürlich nicht verzichten – die Kutschen werden weiterhin von Pferden gezogen.

Werden auch Zufahrtsstraßen und Plätze mit Hindernissen blockiert? „Solche Sicherheitsabsperrungen sind schon ein Thema“, sagt Keller. Das werde noch im Gemeinderat besprochen. Dem Gremium wird das neue Sicherheitskonzept vorgestellt. Sollte es Anregungen und Änderungen geben, würden diese noch eingearbeitet, bevor das Konzept an alle Beteiligten ausgehändigt werde.