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Feuerwehr

Thema Fusion nimmt Fahrt auf

Eine mögliche Fusion der Feuerwehrabteilungen Steinheim, Kleinbottwar und Höpfigheim hat nach den Haushaltsberatungen des Gemeinderats wieder an Fahrt aufgenommen. Zumindest die drei Abteilungskommandanten stehen einem Zusammenschluss offen gegenüber.

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Foto: Patrick Seeger/dpa

Steinheim. Bereits im Feuerwehrbedarfsplan 2014 hatte der Sachverständige ein gemeinsames Feuerwehrhaus für alle Steinheimer Teilorte und langfristig eventuell gar eine Kooperation mit Murr für sinnvoll erachtet. Als Standorte waren der Bahnhof oder das Gewerbegebiet Kreuzwegäcker vorgeschlagen worden. Nun scheint das Thema wieder an Fahrt zu gewinnen. Im Zuge der Haushaltsberatungen über Pläne zu einem Anbau an das Steinheimer Feuerwehrhaus, um Platz für den Mannschaftstransportwagen und die Jugendfeuerwehr zu schaffen, und zu Umbauten in Höpfigheim hatten sowohl die SPD als auch die Grünen einen gemeinsamen Neubau wieder aufs Tapet gebracht und um eine Prüfung gebeten.

„Wir haben nicht damit gerechnet, dass das Thema doch schneller spruchreif werden könnte“, sagt der Steinheimer Abteilungskommandant Michael Schwarz. Aus seiner Sicht würde nichts gegen einen gemeinsamen Standort sprechen, schon allein aus Gründen der Tagesverfügbarkeit, die vor allem in Kleinbottwar und Höpfigheim zunehmend für Probleme sorgt. Dann mache der rund 210 000 Euro teure Anbau sicher wenig Sinn. Doch hier liege auch der Knackpunkt. Die Steinheimer Feuerwehr brauche nicht nur Platz für den Mannschaftstransportwagen, sondern auch für die Schläuche. Wenn diese in einem Anbau gelagert werden könnten, könnte an ihrer Stelle ein Raum für die Jugendfeuerwehr geschaffen werden (wir berichteten). „Mit dem Bau einer reinen Pkw-Garage ist es nicht getan“, betont Schwarz, aber vielleicht könnte eine günstigere Lösung als die jetzt vorgeschlagene gefunden werden, um dem Platzproblem Herr zu werden. „Da gilt es, einen Konsens zu finden.“ Generell werde die Abteilung Steinheim sich aber Fusionsplänen nicht entgegenstellen.

Ähnlich sieht es auch David Kuppinger, Höpfigheimer Abteilungskommandant. „Wir sind vom Grundsatz her dafür, aber nicht zum Nulltarif“, sagt er. Es müsse ein vernünftiger gemeinsamer Standort gefunden werden, so dass die Hilfsfristen eingehalten werden können. Auch alte Traditionen gelte es weiterzuführen, zum Beispiel Feuerwehrfeste und ähnliches. Sollten die Pläne für einen gemeinsamen Standort tatsächlich schneller konkreter werden, sei es durchaus auch denkbar, in Höpfigheim nur das Notwendigste umzubauen. „Das ist aber meine persönliche Meinung und noch nicht mit der Abteilung diskutiert.“

Derzeit sieht der Kleinbottwarer Abteilungskommandant Andreas Roth zwar keine Notwendigkeit, da seine Abteilung mit neuerem Auto und umgebauten Räumen keinen akuten Bedarf hat, der demografische Wandel sei aber auch in Kleinbottwar zu spüren. „Das wird eher schlechter als besser.“ Deshalb verschließe sich die Abteilung perspektivisch Fusionsgedanken nicht.

„Wenn solch große Investitionen wie hier anstehen, muss man sich Gedanken machen“, sagt Bürgermeister Thomas Winterhalter, zumal auch der Bauhof in die Jahre gekommen sei. Da stelle sich die Frage, ob man eher auf ein Gesamtkonzept setze, bevor man groß investiere, nur um zu flicken. Das Problem der Fahrzeugunterstellung müsse man sicherlich beheben, die Frage sei nur wie. „Vielleicht gibt es eine andere Lösung als 200 000 Euro auszugeben“, so Winterhalter, dem durchaus bewusst ist, dass ein Neubau Feuerwehr und Bauhof ein weiteres Großprojekt neben Jugendhaus, Riedhalle und Blankensteinhalle wäre, das finanziell gestemmt werden muss. Dies sei aber auch eine Folge der vergangenen Jahre. „Wir haben uns gesund gespart, stehen aber jetzt vor einer großen Bugwelle mit Sanierungen.“ Während er einem Neubau für die Steinheimer Abteilungen offen gegenüber steht, sieht er die Zeit für einen interkommunalen Bau mit der Nachbargemeinde Murr eher noch nicht für gekommen. „Das ist mittelfristig eher kein Thema, aber langfristig nicht auszuschließen.“ Ähnlich sieht es sein Murrer Kollege Torsten Bartzsch: „Grundsätzlich sind wir in alle Richtungen aufgeschlossen, aber so kurzfristig wird es keine Lösung geben.“ Derzeit arbeite die Murrer Feuerwehr mit Pleidelsheim und Höpfigheim zusammen, diese gegenseitige Unterstützung funktioniere derzeit gut, weshalb für eine Fusion Steinheim und Murr keine Notwendigkeit bestehe. „Da geht es auch um Traditionen“, so Bartzsch.

Info: Das Thema Feuerwehrhaus wird bei der Beratung über die Haushaltsanträge in der Gemeinderatssitzung am 10. April diskutiert.