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Informationsveranstaltung

Vaihingen startet Gartenschau-Countdown

Noch zehn Jahre sind es bis zum Start der Gartenschau in Vaihingen. Die Stadt bereitet sich schon auf die Gartenschau vor. Ab jetzt wird Jahr für Jahr heruntergezählt. In einer ersten Veranstaltung gab es in der Stadthalle einen Überblick über den Ablauf bis 2029.

Auf diesem Gelände soll die Gartenschau stattfinden. Erste Ideen der Planer liegen schon vor. Fotos: Albert Arning, Stadt Vaihingen
Auf diesem Gelände soll die Gartenschau stattfinden. Erste Ideen der Planer liegen schon vor. Foto: Albert Arning, Stadt Vaihingen
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Vaihingen. Im Sommer 2018 hatte Vaihingen den Zuschlag für die Schau erhalten. Die Machbarkeitsstudie des Büros Planstatt Senner unter dem Titel „Vaihingen enzückt“ hatte überzeugt. „2029 passt bei uns, denn in diesem Jahr feiert Vaihingen die 1250-jährige urkundliche Nennung“, meinte Oberbürgermeister Gerd Maisch vor den rund 120 Gästen im voll besetzten Löwensaal. Jetzt gehe es vor allem darum, zu klären, welche Grundstücke man für die Gartenschau nutzen könne.

Nach der Machbarkeitsstudie sind rund 18 Hektar entlang der Enz vorgesehen. Unter anderem auch das Areal der ehemaligen Leimfabrik Häcker. Angedacht ist auch, einen Teil der Grundstücke nur temporär für die Gartenschau zu belegen. „Erst wenn die Grundstücksfragen geklärt sind, können die Ziele definiert werden“, so Stadtplaner Thorsten Donn. Da die Fördermittel erst ab 2026 abgerufen werden können, kann frühestens ab diesem Zeitpunkt mit den Arbeiten für die eigentlichen Daueranlagen begonnen werden. Neben der Landesförderung (zwei Millionen Euro) stehen weitere Fördertöpfe zur Verfügung.

Wichtig sind in der ersten Phase vor allem die Fragen der Verlegung von diversen Einrichtungen. So muss zum Beispiel geklärt werden, wohin die Obdachlosenunterkunft und das Flüchtlingsheim auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Weller mit derzeit rund 130 Personen kommen sollen. Und auch ein Kindergarten ist betroffen. OB Maisch: „Man sieht, dass es nicht nur Themen sind, die Spaß machen.“ Das gelte auch für die Verhandlungen mit Grundstücksbesitzern, „die oft andere Vorstellungen als wir haben“. Ein freiplanerischer Realisierungwettbewerb wird 2022/2023 durchgeführt.

„Zehn Jahre sind eine gute Zeit“, formulierte es Johann Senner, der mit seinem Büro schon mehrere Gartenschauen an Land gezogen hatte, sich nun aber für den Wettbewerb neu bewerben muss. Das große Plus von Vaihingen sei die Lage direkt am Fluss, ein Wermutstropfen allerdings auch die Entfernung des Bahnhofs zum Veranstaltungsgelände. Für Senner ist es wichtig, in diesen zehn Jahren den Kontakt zur Bevölkerung nicht zu verlieren. Dass die Stadtverwaltung jetzt mit der Infoveranstaltung gleich „Vollgas“ gebe, sei toll. Senner sieht es übrigens als ein Grundprinzip an, niemanden aus den Flächen zu verdrängen. Als Beispiel nannte er da das Jugendhaus bei der Schau in Mühlacker.

Verkehrsübungsplatz soll bleiben

Angesprochen wurden bei der Infoversammlung unter anderem Parkplatzthemen, die Einbindung der Teilorte, die Verbindungen zum Bahnhof, die historischen Merkmale der Bürgergärten, die Zukunft des Enßle-Gebäudes, des Verkehrsübungsplatzes und des Schlosses. Beim Thema Enßle wurde auf den anstehenden Leitbildprozess verwiesen. Den Verkehrsübungsplatz will der OB vor allem auch als Festplatz unbedingt erhalten. Auch die Walter-de-Pay-Straße zum Enztalbad und zum VfB-Sportplatz soll nicht ins Gartenschaugelände fallen.

Über die Bürgergärten, von denen zwei Drittel der Stadt gehören, werde sicher niemand mit einer großen Walze drübergehen, so die Ansicht von Johann Senner. Man wolle ja keinen Flugplatz bauen, sondern eine Gartenschau. Gerd Maisch vertraut hier auf die Kreativität der Planer, „die sicher eine Lösung finden werden“. Beim Schloss müsse erst mal abgewartet werden, wer der Pächter werde. Er werde auf jeden Fall eingebunden.

Dass die Stadt bei den derzeit geschätzten Kosten von 18,5 Millionen Euro in einen finanziellen Engpass kommen könnte, sieht der Oberbürgermeister nicht. Wenn man die Hälfte der Summe als Fördermittel erhalte, müsse Vaihingen in den nächsten zehn Jahren jeweils rund 900 000 Euro aufbringen: „Aus finanziellen Gründen müssen wir keinen Rückzieher machen.“ Und für das Ausstellungsjahr gehe man nach den Erfahrungen von anderen Gartenschauen von schwarzen Zahlen aus.

Informationen zur Gartenschau sind unter der Internetadresse www.vaihingen.de/d/24366 abzurufen. Angedacht wird auch ein Newsletter. „Wenn Ihnen was einfällt, schreiben Sie uns“, war die abschließende Bitte von Gerd Maisch.

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