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Burg Lichtenberg

Weg zum Kauf von Burg Lichtenberg ist frei

Seit gestern Nachmittag gibt es offiziell die „Stiftung Burg Lichtenberg Oberstenfeld“. Im Beisein des Burgherren haben Landrat und Bürgermeister den Stiftungsvertrag unterschrieben.

Bei der Unterschrift (v. l.) Bürgermeister Markus Kleemann, Landrat Rainer Haas und die Burgherren Baronin und Baron von Weiler. Foto: Ramona Theiss
Bei der Unterschrift (v. l.) Bürgermeister Markus Kleemann, Landrat Rainer Haas und die Burgherren Baronin und Baron von Weiler. Foto: Ramona Theiss

Oberstenfeld. Damit kann die Stiftung nun die Staufferburg kaufen und der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Landrat Rainer Haas sprach von einer „historischen Zäsur“, Oberstenfelds Bürgermeister Markus Kleemann von einem „sehr historischen Datum“ und der Burgherr Dietrich von und zu Weiler sagte schlicht: „Mir wär’s lieber gewesen, eines meiner Kinder hätte die Burg übernommen, aber ich bin froh, dass wir diese Lösung gefunden haben.“

Die Lösung besteht in einer Stiftung, deren Gründer die Gemeinde Oberstenfeld und der Landkreis Ludwigsburg sind. Der Landkreis bringt 300.000 Euro in die Stiftung ein, Oberstenfeld seinerseits 175.000 Euro plus eine Wiese im Wert von 125.000 Euro, die der Gemeinde gehört. Weitere zwei Millionen Euro kommen von der Stiftung Kunst, Kultur und Bildung der Kreissparkasse.

Von dem Geld – insgesamt also 2,6 Millionen Euro – soll die Burg gekauft und erste Investitionen bezahlt werden; Baron von Weiler und seine Frau werden weiter auf der Burg wohnen, dann aber zur Miete. In der vergangenen Woche hatte erst der Gemeinderat Oberstenfeld, einen Tag später der Kreistag jeweils mit großer Mehrheit dem Stiftungsprojekt zugestimmt. Diskussionen hatte es in beiden Gremien wegen der Frage gegeben, ob Gemeinde und Landkreis finanzielle Verpflichtungen für die Burg eingehen, ob am Ende Dinge zurück gestellt werden müssten, um die Burg zu sanieren. Das sei nicht der Fall, versicherten beide Stifter nicht nur vor ihren jeweiligen Gremien, sondern auch gestern bei der Unterzeichnung noch einmal. „Die öffentlichen Kassen werden über das Stiftungskapital hinaus nicht belastet“, versicherte Landrat Haas. Der Erhalt der Burg soll sich aus der Verpachtung – man denkt an einen Gastronomiebetrieb – finanzieren. Bei außerplanmäßigen Ausgaben werde die Kreissparkassen-Stiftung einspringen. Außerdem hoffen Gemeinde und Landkreis auf weitere Zustifter, die ihr Herz an das „Wahrzeichen des Bottwartals“ verloren haben – er habe schon Anrufe von Interessenten bekommen, ließ Bürgermeister Kleemann wissen.

Burg Lichtenberg ist seit 500 Jahren im Besitz der Familie von Weiler. Der Landrat nannte es eine „sehr honorige Geste“, dass der Baron die Burg nicht an den meistbietenden verkauft habe. An Interessenten dürfte es nicht gemangelt haben; Lichtenberg gilt als eine der besterhaltenen Staufferburgen diesseits der Alpen.

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