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Typisierung

Weil Blutkrebs jeden treffen kann

Seit dem Wochenende gibt es 155 potenzielle Knochenmarkspender mehr. Möglich gemacht hat das die Freiwillige Feuerwehr Remseck, die zu einer Typisierungsaktion in Zusammenarbeit mit der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) eingeladen hatte.

Auch René Peter Pleick macht bei der Typisierungsaktion mit. Foto: Holm Wolschendorf
Auch René Peter Pleick macht bei der Typisierungsaktion mit. Foto: Holm Wolschendorf

Remseck. Die Schirmherrschaft übernahm Oberbürgermeister Dirk Schönberger. „Es freut mich sehr, dass die Feuerwehr diese Aktion organisiert hat“, sagte er. Gemeinsam mit seiner Ehefrau nutzte er den Besuch in der Neckarremser Feuerwache, um die Aktion ganz aktiv zu unterstützen und sich registrieren zu lassen. Über einen simplen Wangenabstrich werden die Gewebemerkmale bestimmt. Gibt es eine Übereinstimmung, kann durch die Spende von Stammzellen einem Blutkrebspatienten das Leben gerettet werden.

Anders als bei anderen Aktionen suchte die Remsecker Feuerwehr nicht nach einem Spender für eine bestimmte Person. „Diese Krankheit kann jeden treffen“, sagte der Ideengeber Guido Stammert, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in Remseck. Ihm sei es wichtig gewesen, die Bevölkerung darauf aufmerksam zu machen. Schnell fanden sich zehn Mitstreiter aus den Reihen der Feuerwehrabteilung, die dann auch die Organisation dieser Veranstaltung übernommen haben.

Im Vorfeld wurde kräftig für die Teilnahme an der Typisierung geworben. Von der DKMS wurden die benötigten Materialien zur Verfügung gestellt. Die Kosten für eine Typisierung liegen bei 35 Euro. Deshalb war es der Feuerwehr wichtig, die Aktion durch ein kleines Rahmenprogramm auch finanziell zu unterstützen.

Knapp 40 Feuerwehrleute – auch aus der Jugendabteilung – waren im Einsatz, um Getränke zu verkaufen, Crêpes zuzubereiten oder Würste zu grillen. Auf diese Weise sind 4156 Euro eingenommen worden. Auch einige örtliche Firmen haben diese Aktion durch Spenden tatkräftig unterstützt. Dieter Schaile präsentierte eine kleine Auswahl seiner Postkartensammlung, unter anderem historische Ansichten aus den Remsecker Stadtteilen. Die Kleinen konnten auf einem Bobbycarparcours ihre Geschicklichkeit oder beim Zielen auf ein Spritzenhäuschen ihre Treffsicherheit unter Beweis stellen.

Wie wichtig die Teilnahme an solch einer Typisierung ist, hat Danny Schaile am eigenen Leib erfahren. Der Feuerwehrmann, der auch dem Organisationsteam angehörte, hat sich vor 15 Jahren typisieren lassen. „Im Jahr 2012 habe ich einem anderen Menschen durch meine Spende das Leben gerettet“, berichtete er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Vom Kommandanten der Remsecker Feuerwehr, Michael Leutenecker, gab es ein dickes Lob dafür, dass die Idee für die Typisierungsaktion aus den Reihen der Kameraden kam und diese von ihnen auch gleich umgesetzt wurde. „Ich bin richtig stolz“, sagte er.

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