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Erntezeit

Wetter sorgt für Stress im Garten

Im Hausgarten spielen sich in diesem Sommer eigenartige Dinge ab: Die Äpfel faulen munter vor sich hin, Nacktschnecken, die sonst über den Salat herfallen, bleiben Mangelware und der Kastanienbaum wirft bereits seine braun verfärbten Blätter ab. Günter Plonka von der Beratungsstelle für Obst- und Gartenbau des Landkreises kennt des Rätsels Lösung: das Wetter.

Neben den verfaulten Äpfeln gedeihen Kürbisse und Tomaten prächtig. Der Kastanienbaum kann dagegen nicht mehr und wirft seine Blätter ab. Fotos: Angela Elsässer
Neben den verfaulten Äpfeln gedeihen Kürbisse und Tomaten prächtig. Der Kastanienbaum kann dagegen nicht mehr und wirft seine Blätter ab. Foto: Angela Elsässer
Neben den verfaulten Äpfeln gedeihen Kürbisse und Tomaten prächtig. Der Kastanienbaum kann dagegen nicht mehr und wirft seine Blätter ab. Fotos: Angela Elsässer
Neben den verfaulten Äpfeln gedeihen Kürbisse und Tomaten prächtig. Der Kastanienbaum kann dagegen nicht mehr und wirft seine Blätter ab. Foto: Angela Elsässer
Neben den verfaulten Äpfeln gedeihen Kürbisse und Tomaten prächtig. Der Kastanienbaum kann dagegen nicht mehr und wirft seine Blätter ab. Fotos: Angela Elsässer
Neben den verfaulten Äpfeln gedeihen Kürbisse und Tomaten prächtig. Der Kastanienbaum kann dagegen nicht mehr und wirft seine Blätter ab. Foto: Angela Elsässer
Neben den verfaulten Äpfeln gedeihen Kürbisse und Tomaten prächtig. Der Kastanienbaum kann dagegen nicht mehr und wirft seine Blätter ab. Fotos: Angela Elsässer
Neben den verfaulten Äpfeln gedeihen Kürbisse und Tomaten prächtig. Der Kastanienbaum kann dagegen nicht mehr und wirft seine Blätter ab. Foto: Angela Elsässer
Dieses Jahr ein eher seltenes Bild: Schnecken auf dem Salat. Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa
Dieses Jahr ein eher seltenes Bild: Schnecken auf dem Salat. Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa

Freiberg/Kreis Ludwigsburg. Deutlich weniger Obst an den Apfelbäumen, kaum Kirschen sowie teilweise Totalausfall bei der Ernte der Walnüsse: Albrecht Bleul, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Freiberg, kann ein Lied von den Problemen im Garten und auf den Streuobstwiesen singen. „Der Apfelwickler, die Kirschessigfliege und ein Schädling an den Walnussbäumen haben beinahe die ganze Ernte kaputt gemacht“, sagt Bleul. Während die feuchtwarme Witterung dafür gesorgt habe, dass sich das Ungeziefer gut vermehren konnte, hätten gleichzeitig viele Besitzer von Gärten und Streuobstwiesen Fehler gemacht. Sie wären seiner Meinung nach besser beraten gewesen, ihre Bäume vergangenes Jahr stärker zurückzuschneiden. „Nach einem Rekordjahr benötigt der Baum einen starken Rückschnitt“, sagt Bleul. Geschieht dies nicht, bleibe weniger Energie, um die neuen Knospen zu versorgen.

Auch Obstbauberater Günter Plonka hat festgestellt, dass die Obsternte nicht nur deutlich schwächer ausfällt, sondern viel früher als gewohnt stattfindet. „Die Blüte war dieses Jahr etwa acht bis zehn Tage früher dran – das führt auch zu einer früheren Ernte“, sagt der Experte. In den vergangenen beiden Wochen sei der Reifefortschritt sehr schnell gewesen. Wenn das Obst dann aber durch Insekten und pickende Vögel beschädigt werde, entwickle sich dort schnell ein Pilz, der die Früchte schließlich verfaulen lasse. Albrecht Bleul hat beispielsweise in einer einzigen Kirsche acht bis zehn Maden der Kirschessigfliege entdeckt. „Die Tiere hatten diesen Sommer ideale Witterungsbedingungen“, sagt Bleul.

Ansonsten gab es laut Günter Plonka ein „super Wachswetter, so wie es die Pflanzen mögen“. So konnte sich speziell das Gemüse gut entwickeln. Tomaten, Zucchini und Kürbisse wachsen und wuchsen prächtig – so auch der Salat. Der hatte es dieses Jahr mit einem Feind weniger zu tun: der Nacktschnecke. „2018 war es zu trocken für die Schnecken. Dadurch haben sie weniger Eier abgelegt, was in diesem Jahr zu einer niedrigen Population führte“, sagt Plonka. Lediglich an Stellen mit vielen Büschen hat es mehr Schnecken gegeben.

Dass sich die Blätter vieler Bäume bereits verfärben und herabfallen, liege ebenfalls am heißen und trockenen Sommer des vergangenen Jahres. „Durch die Hitze hatten die Bäume Stress, von dem sie sich noch gar nicht erholt haben“, meint Plonka. Er habe Mitte der Woche Bäume gesehen, an denen fast kein Blatt mehr hing. Der Freiberger OGV-Vorsitzende Albrecht Bleul ergänzt: „Die Bäume können einfach nicht mehr und werfen ihre Blätter jetzt schon ab.“

Neben der Hitze machten den Bäumen Pilz- und Blattkrankheiten zu schaffen. So sorgt laut Plonka beispielsweise der Pilz Marssonina für eine Blattkrankheit, die für vorzeitigen Laubabfall verantwortlich sei. Der Pilz stamme aus dem Mittelmeerraum und fühle sich mittlerweile auch in hiesigen Gefilden wohl. Da es im August ordentlich geregnet habe, konnte er sich rasch ausbreiten.

Obstbauberater Plonka und der Freiberger OGV-Vorsitzende Bleul empfehlen, robustere Baumsorten, die auch höhere Temperaturen vertragen, zu pflanzen. Bei den Äpfeln rät Plonka beispielsweise zu Topaz, Rewena und Bittenfelder.

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