Ludwigsburg | 07. Juli 2018

„Armut bei Familien ist ein Dauerthema“

Zehn Jahre „Schnäppchen und Häppchen“ – Ein Ort zum Durchatmen, für Besorgungen und zum Austauschen

Ein vielseitiges Angebot für Familien: Der Second-Hand-Laden. Foto: ans
Ein vielseitiges Angebot für Familien: Der Second-Hand-Laden. Foto: ans

Wer die Solitudestraße entlanggeht, kann an einer roten Caritas-Fahne und einem Aufstellschild, das frische Waffeln anpreist, erkennen, dass sich dort im Hinterhof etwas verbirgt. „Wir sind etwas versteckt“, sagt Margit Jordan, Leiterin des Fachbereichs Arbeit und Beschäftigung bei der Caritas Ludwigsburg-Waiblingen-Enz, die durch „Schnäppchen und Häppchen“ führt. Doch vielleicht hat das Versteckte auch seinen Vorteil: Das Begegnungscafé mit Second-Hand-Laden der Caritas ist ein Ort zum Durchatmen und zum Austausch.

Zum zehnjährigen Jubiläum gibt es in den frisch neu eingerichteten Räumen ein reiches Angebot an Snacks und selbst gemachte Limonade. An den Tischen des Cafés sind gesellige Unterhaltungen zu hören. Im angrenzenden Second-Hand-Laden stöbern einige Frauen, durch die Kinderklamotten und die Spielsachen. „Es ist uns wichtig, günstige Kleidung und Spielsachen für Familien anzubieten“, sagt Jordan. Denn Armut bei Familien sei ein Dauerthema. So war der Ursprungsgedanke hinter „Schnäppchen und Häppchen“ neben den zahlreichen Beratungsstellen für Familien, die es gibt, auch günstige Kindersachen anzubieten.

Neben Schulranzen, Kindersitzen, Baby-Tüchern und T-Shirts hat der Laden auch Brettspiele, Bücher und Schuhe im Angebot. Eine Frau, die nach einem Fahrrad für ihre zehnjährige Tochter fragt, muss Jordan jedoch enttäuschen. Derzeit ist im Second-Hand-Laden keines vorhanden. „Wir haben nur Dinge, die abgegeben werden“, erklärt Jordan. Die Einrichtung trägt sich über Spenden. „Wir freuen uns immer, wenn Sachen an uns abgegeben werden“, sagt sie.

Für Hendrik Rook, den Leiter der Caritas in der Region, ist das zehnjährige Jubiläum ein Grund zum Feiern, aber auch zur Nachdenklichkeit. „Nachdenklich darüber, dass Menschen noch immer auf solche Einrichtungen angewiesen sind“, sagt Rook. Nach zehn Jahren sei es aber auch Zeit, Danke zu sagen, dem Dekanat, den Haupt- und Ehrenamtlichen und den zahlreichen Unterstützern von „Schnäppchen und Häppchen“. Das Konzept sei aufgegangen. Vor zehn Jahren habe es für Familien keinen separaten Ort gegeben, an dem sie in Ruhe schauen könnten, was sie brauchen. Den gebe es nun. Gleichzeitig sei hier ein Ort entstanden, an dem Besucher sich niederlassen können und Menschen auf dem Weg in die Arbeit Unterstützung finden. „Es ist ein guter Platz für ehrenamtliches Engagement geworden“, betont der Leiter Caritas in der Region.

Info: Der Second-Hand-Laden und das Begegnungscafé, Solitudestraße 5, sind montags von 10 bis 14 Uhr , mittwochs und freitags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

von Andreas Schmaltz
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