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Jubiläum

50 Jahre auf Erfolgskurs

Autohaus Tschirner und Fuchs hat heute 28 Mitarbeiter – Start in einer Doppelgarage

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Sie sehen das Autohaus Tschirner und Fuchs mit seinen Mitarbeitern als ihre Großfamilie. Von links: Marvin Hofsäß, Devin Hofsäß, Petra Tschirner, Hilde Tschirner und Willi Fuchs. Foto: Oliver Bürkle

Ludwigsburg. „Nur zufriedene Mitarbeiter können Kunden auch zufriedenstellen“, sagt Petra Tschirner. Motivationsprogramme braucht sie in ihrem Autohaus Tschirner und Fuchs, das die Marken VW und Audi führt, deshalb aber keine. „Wir sind hier eher eine Großfamilie, die zusammenhält.“ Heute besteht Tschirner und Fuchs seit 50 Jahren.

Im Sozialraum steht ein Tischkicker, den sich die Werkstattcrew gewünscht hat. Azubis durften einen VW-Bulli aus dem Film „Cars“ auf einen der Lagercontainer sprayen. Einmal in der Woche kommt die Ergotherapeutin ins Haus und behandelt auf Arbeitszeit und massiert Verspannungen weg. Und bei großen Fußballturnieren wird wie selbstverständlich der Beamer in der Werkstatt aufgebaut.

Jedes Mitarbeiterkind bekommt zum Geburtstag von der Seniorchefin Hilde Tschirner eine Karte mit einem Fünfer drin. „Die zahle ich aus der Privatschatulle“, sagt sie und das seit 40 Jahren. Das Jubiläum feiert das Autohaus Tschirner und Fuchs in Neckarweihingen dieses Jahr ebenfalls mit der kompletten 28-köpfigen Mannschaft.

„Das Betriebsklima ist das A und O bei so einer überschaubaren Belegschaft“, betont Petra Tschirner ihre Bemühungen um ein gutes Verhältnis untereinander. Wer gerne zur Arbeit komme, habe ein Lächeln im Gesicht und das übertrage sich auf den Kunden. Der Krankenstand bei Tschirner und Fuchs ist gering, die Betriebstreue dagegen hoch. Fünf Mitarbeiter sind seit 30 Jahren und länger im Team. Mit Manfred Bauer sogar schon 42 Jahre. Der Geselle der allerersten Stunde und spätere Werkstattmeister Norbert Palatzky blieb sogar bis zur Rente.

Hans-Peter Tschirner hat vor 50 Jahren als Einzelkämpfer nach dem Wehrdienst angefangen. Bei der Bundeswehr machte er seinen Kfz-Meister. Er fand danach aber keine passende Anstellung. Eine Doppelgarage direkt an der Hohenecker Neckarbrücke – sie steht noch heute – war die Keimzelle des Unternehmens. Dort reparierte er Fahrzeuge aller Fabrikate. Als Büro diente ein Wohnwagen, in dem seine Ehefrau Hilde Termine vereinbarte, Rechnungen schrieb und die Buchhaltung machte. Schon ein Jahr später stellte er einen Gesellen ein und bildete einen Lehrling aus.

1967 kam Geselle Willi Fuchs ins Team. Er wurde vier Jahre später zum Mitinhaber. Aus Tschirner wurde die Tschirner und Fuchs GmbH und Co. KG. Die Umweltauflagen wurden strenger, und weil der Betrieb aus allen Nähten platzte, wurde auf der anderen Uferseite im Neckarweihinger Gewerbegebiet neu gebaut. „Alle haben mitgeholfen“, erinnert sich Hilde Tschirner. Mitarbeiter und Familienmitglieder hätten um die Wette gestrichen. 1973 entstanden so acht Werkstattplätze als Grundlage für den Servicevertrag mit VW, drei Jahre später kam Audi dazu. Eine weitere Halle wurde 1987 gebaut. Sie machte die Werkstatt fit für Transporter. Achsvermessung und Karosserieabteilung kamen hier ebenfalls unter. Fünf Jahre später wurden Büro sowie Ersatzteillager vergrößert und 1999 wurde der 400 Quadratmeter große Ausstellungsraum für Neuwagen eingeweiht.

„Unsere Kernkompetenz war und ist der Werkstatt- und Servicebereich“, sagt Geschäftsführerin Petra Tschirner. Der Kunde kenne seinen Serviceberater und umgekehrt. Dieses persönliche Verhältnis sorge neben der Qualität für Kundenbindung. „Früher haben die Kunden den Schlüssel auf die Theke gelegt und gesagt: ‚Mach‘“, erklärt sie. Heute wolle er wissen, was gemacht werde, und vergleiche die Preise.

Legendär ist die Skibörse der Ludwigsburger Skizunft, für die Tschirner die Hallen räumt. Ebenso die Jahresausstellung der Kleintierzüchter, wo die Hähne krähen und die Rammler mümmeln. „Diese gelebte Ortsverbundenheit schafft Kundennähe“, sagt Petra Tschirner. Hans-Peter Tschirner erlebte dieses Jubiläum nicht mehr. Er starb vor eineinhalb Jahren.

Einer ist dafür umso aktiver: Willi Fuchs. Der 71-jährige Senior-Chef spielt den Chauffeur, fährt die Servicekunden nach Hause und holt sie von dort wieder ab. „Auch das ist ein hochgeschätzter Kundendienst“, betont Petra Tschirner. Und ihre beiden Söhne arbeiten auch schon mit im Betrieb: Devin und Marvin Hofsäß werden das Erbe des Großvaters fort- führen.