Ludwigsburg | 28. Februar 2017

Junger Wengerter rettet Spielberger Traditionslokal

„Rettet den Ochsen“ stand auf Plakaten und Flugblättern. In Spielberg kochten die Emotionen hoch. Jetzt ist das Landgasthaus gerettet. Und zwar so, wie es sich zunächst niemand vorstellen konnte. Der Bietigheimer Jungwengerter Maximilian Vollmer hat das Gasthaus gekauft und wird es unter dem Namen „Weinstube Gasthof zum Ochsen“ schon von April an weiterführen.

Als Asylbewerberheim oder Bürgergasthaus im Gespräch. Der Spielberger Ochsen ist verkauft und soll im April als Weinstube öffnen.
Als Asylbewerberheim oder Bürgergasthaus im Gespräch. Der Spielberger Ochsen ist verkauft und soll im April als Weinstube öffnen.
Foto: Alfred Drossel

Sein Vater Roland Vollmer betreibt mit der Familie in Bietigheim-Bissingen ein Weingut und eine Weinstube in der Altstadt. Insgesamt bewirtschaftet der Betrieb zwölf Hektar Weinberge, sieben Hektar davon am Heiligenberg in Häfnerhaslach.

Neben der Weinstube in Spielberg will Vollmer auch einen Teil seines Betriebs nach Spielberg verlegen: die Weinabfüllung und das Weinlager. Dazu sollen auch bauliche Veränderungen vorgenommen werden. Schwerpunkt solle jedoch, wie Roland Vollmer betont, die Gastronomie sein. Die Weinstube möchte im Kirbachtal zu einer Ausflugsadresse für Weinliebhaber werden.

Der Spielberger Ochsen war monatelang in den Schlagzeilen, weil sein damaliger Besitzer das Anwesen mitten im Ort dem Ludwigsburger Landratsamt als Flüchtlingsunterkunft angeboten hatte. Im Ort formierte sich Widerstand. Eine Interessengruppe unter Führung des früheren Ortsvorstehers Ulrich Salewski wollte den „Ochsen“ kaufen und als Genossenschaft wiederbeleben.

Salewski sah sich harten Vorwürfen ausgesetzt, dass diese Initiative nur ins Leben gerufen worden sei, um den Verkauf des Gasthauses an den Landkreis Ludwigsburg zu verhindern und damit die Unterbringung von bis zu 30 Flüchtlingen zu vereiteln. Der Landkreis wollte einen Teil des Gasthauses durch einen Neubau ersetzen. „Wenn der Gasthof tatsächlich abgerissen wird, dann wird Spielberg nicht mehr als eine Durchgangsstraße von Sachsenheim sein“, betonte Ulrich Salewski damals. Die Spielberger waren sich in der Sache nicht einig, und das Projekt fand nicht die gewünschte Unterstützung in der Bevölkerung. Der Landkreis trat von seinen Kaufabsichten zurück. Die Zukunft des „Ochsen“ war wieder offen – bis Wengerter Vollmer kam. Jetzt sind die Spielberger wieder zufrieden.

von alfred drossel
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