Ludwigsburg | 02. November 2016

Unkomplizierte Wegweiser in die Berufswelt

Junge Leute haben heutzutage die Qual der Wahl: Immerhin stehen ihnen nach ihrem Schulabschluss potenziell rund 350 amtlich anerkannte Ausbildungsberufe und eine Unmenge an Studiengängen offen. Kein Wunder, dass sich viele Schüler möglichst lange viele Optionen offenhalten und nach ihrer Schulzeit erst mal ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren wollen.

Die Studien- und Ausbildungsbotschafter (stehend, rechts hinten) informieren die Schüler der Erich-Bracher-Schule über die vielfältigen Wege bei der Suche nach einem Studien- oder Ausbildungsplatz.
Die Studien- und Ausbildungsbotschafter (stehend, rechts hinten) informieren die Schüler der Erich-Bracher-Schule über die vielfältigen Wege bei der Suche nach einem Studien- oder Ausbildungsplatz.
Foto: Benjamin Stollenberg

So auch Gabriel Wittner, der das Wirtschaftsgymnasium der Erich-Bracher-Schule besucht. Er überlegt noch, ob er nach dem FSJ eine Ausbildung oder ein Studium im sozialen oder im wirtschaftlichen Bereich absolvieren will. „Ein sozialer Beruf würde mir bestimmt mehr liegen und auch mehr Spaß machen. Aber in der Wirtschaft kann man mehr Geld verdienen, das ist eben auch nicht ganz unwichtig“, erzählt der junge Mann.

Orientierungshilfen erhielten er und andere Schüler der zwölften und dreizehnten Klassen der Erich-Bracher-Schule gestern von sogenannten Studien- und Ausbildungsbotschaftern. Dabei handelt es sich um Studenten und Auszubildende, die auf Initiative des Wissenschafts- beziehungsweise des Wirtschaftsministeriums auf unkomplizierte Weise in Schulen über die Wahl des Studien- oder Ausbildungsgangs und die damit verbundenen Probleme berichten.

Bei der Infoveranstaltung in der Erich-Bracher-Schule wurde deutlich, dass gelegentlich auch Umwege zum Ziel führen können. Er habe schon immer Pilot werden wollen, meinte etwa Studienbotschafter Lukas Drossert. Doch schon die Zulassung zum Eingangstest setzte er in den Sand. „Ich dachte, ich schüttel das locker aus Ärmel. Zwei Tage später kam die Antwort: Ich hatte eine Fehlerquote von 100 Prozent, mein Traum war geplatzt.“

Drossert ließ sich nicht entmutigen, suchte das Gespräch mit dem Betreuer seiner Jugendgruppe. Dieser habe ihn auf seine soziale Ader hingewiesen und vermittelte ihm auch einen Praktikumsplatz an einer Schule. „Dabei wurde mir schnell klar, dass ich Lehrer werden möchte. Obwohl ich das eigentlich nie wollte, weil schon meine halbe Familie im sozialen Bereich arbeitet.“

Private Bekanntschaften können wichtige Impulse liefern, daneben gibt es aber auch eine Vielzahl an offiziellen Angeboten wie die Berufsberatung, Orientierungstests oder den Studieninfotag, der stets am 16. November an den baden-württembergischen Hochschulen stattfindet. Im Internet kann man sich unter www.gut-ausgebildet.de oder www.studieninfo-bw.de einen Überblick verschaffen.

Mitunter haben aber auch Schüler schon genaue Vorstellungen von ihrer beruflichen Zukunft. Louis Sallanz zum Beispiel, der das Wirtschaftsgymnasium der Erich-Bracher-Schule besucht. „Ich will auf jeden Fall ein Studium machen und in der Industrie arbeiten, am liebsten auf der internationalen Ebene. Die gute Schulbildung soll sich schließlich auch lohnen.“

Frank Klein
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