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Abrissbagger am Breuning-Stift

Schweres Gerät ist derzeit am Besigheimer Robert-Breuning-Stift im Einsatz: Um Platz für fünf neue Häuser mit 65 altersgerechten Wohnungen zu schaffen, muss erst einmal ein Altbau abgerissen werden. Mit den Neubauten könnte noch in diesem Jahr begonnen werden.

Abriss: Das Gebäude Bülzenstraße 1 ist nicht mehr zu erkennen. Foto: Alfred Drossel
Abriss: Das Gebäude Bülzenstraße 1 ist nicht mehr zu erkennen. Foto: Alfred Drossel

Besigheim. Die Mitarbeiter und Bewohner des Robert-Breuning-Stifts (RBS) der Evangelischen Heimstiftung sind mittlerweile Großbaustellen in unmittelbarer Nachbarschaft gewöhnt: Vor gut zwei Jahren entstand auf dem Besigheimer Areal der Neubau für die „Junge Intensivpflege“. Und jetzt soll das nächste Projekt umgesetzt werden, mit dem die konzeptionelle Neuausrichtung der Evangelischen Heimstiftung beziehungsweise des Robert-Breuning-Stifts weitergeht.

Um die fünf neuen Häuser bauen zu können, muss zunächst Platz geschaffen werden. Deswegen wird derzeit das Gebäude Bülzenstraße 1 abgerissen. In dem Haus waren mehr als 20 betreute Wohnungen untergebracht, deren Bewohner ambulant versorgt wurden. Der letzte Bewohner, sagt RBS-Hausdirektorin Elke Eckert, sei Ende Oktober ausgezogen. Alle seien anders untergebracht worden: Einige zogen in die Nähe ihrer Kinder, andere kamen beispielsweise in Ingersheim, Walheim und Bietigheim-Bissingen unter, wo die Evangelische Heimstiftung ebenfalls Betreutes Wohnen anbietet.

Leichtfertig wurde das Haus nicht zum Abbruch freigegeben: „Wir hatten geprüft, ob wir das Gebäude retten können“, sagt Peter Hettig, Regionaldirektor Heilbronn der Evangelischen Heimstiftung. Aber das sei nicht möglich gewesen – gerade mit Blick auf Barrierefreiheit und energetische Sanierung. So also rollten jetzt die Abrissbagger an. Im Frühjahr hatte die Entkernung des Gebäudes begonnen. Die Arbeiten lägen nahezu im Zeitplan. Nach den Gebäuden müsse noch der Keller abgetragen werden. „Ich denke, Mitte August ist der Abbruch fertig.“ Für die Mitarbeiter und Bewohner in Besigheim hält sich die Belastung in Grenzen. „Es ist nicht so schlimm, nicht so laut wie gedacht“, sagt Elke Eckert. Natürlich gebe es zwischendurch richtig Lärm, wenn die Wände eingerissen werden. Aber das geschehe in Intervallen. Bei den Arbeiten werde zudem Wasser eingesetzt, damit es nicht zu sehr staube. So eine Großbaustelle sei für die Bewohner eine Abwechslung; auch aus der Nachbarschaft kämen Leute, meist mit Kindern, und schauten sich die Arbeiten an. Und es wird noch eine längere Zeit etwas zu sehen geben: Nach dem Abbruch erfolgt der Aushub, „so dass man voraussichtlich Ende des Jahres mit dem Neubau beginnen könnte“, erklärt Peter Hettig. Das sei natürlich immer wetterabhängig und auch wegen der Pandemie sei der Zeitplan nicht ganz sicher. Es könnte also auch 2021 werden, bis der Neubau der Wohnanlage startet. Bislang hat die Coronakrise keine Auswirkungen auf das Großprojekt. Das liegt auch daran, dass die Abbrucharbeiten und die Baustellenmitarbeiter räumlich klar vom nebenan liegenden Pflegeheim und der Jungen Intensivpflege getrennt sind: „Es gibt null Austausch mit dem RBS-Heim“, betont der Regionaldirektor. Wenn alles gut läuft, werden die Neubauten in 18 bis 24 Monaten stehen. Das heißt: Die Wohnanlage könnte Ende 2022 fertig sein.

Hintergrund

65 altersgerechte Wohnungen werden in den fünf vierstöckigen Häusern auf dem Areal des Robert-Breuning-Stifts entstehen, 30 davon als Zweibettwohnungen, die für Paare geeignet sind. Ein Drittel der Wohnungen, also 21, sind für pflegebedürftige Menschen vorgesehen. Zudem sollen die Tagespflege, die Mobilen Dienste und eine öffentliche Arztpraxis im verbundenen Erdgeschoss zweier Häuser einziehen. Bislang steht noch nicht fest, welcher Arzt sich dort ansiedeln wird. „Wir sind dran“, betont Regionaldirektor Peter Hettig. Es gebe Interessenten und – „das wird meiner Meinung nach funktionieren“. Ein klarer Vorteil: „Die Barrierefreiheit für die Arztpraxis wäre auf alle Fälle vorhanden.“

Nach den Plänen der Evangelischen Heimstiftung wird auch eine Tiefgarage mit 70 Stellplätzen gebaut. Insgesamt 120 Parkplätze werden auf, unter und an dem Areal zur Verfügung stehen. Die Evangelische Heimstiftung investiert in das Großprojekt „Wohnen Plus“ rund 20 Millionen Euro. (kau)

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