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Archiv soll das Gedächtnis der Stadt sein

Ein Ortssippenbuch aus Neckargröningen, Geschenke aus den Partnerstädten, der rund 1,6 laufende Meter umfassende Nachlass des Historikers Karl Rohm: Das Remsecker Stadtarchiv beherbergt eine Menge Schätze. Doch auch die Einrichtung selbst sei ein Schatz, findet die Leiterin Anke Steck.

Für Besucher bietet das Remsecker Stadtarchiv eigene Arbeitsplätze. Die großen Schränke beherbergen so manchen Schatz.Fotos: Holm Wolschendorf
Für Besucher bietet das Remsecker Stadtarchiv eigene Arbeitsplätze. Die großen Schränke beherbergen so manchen Schatz. Foto: Holm Wolschendorf
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REMSECK. Das Stadtarchiv Remseck hat die Aufgabe, alle in der Verwaltung angefallenen Unterlagen, die zur Aufgabenerfüllung nicht mehr benötigt werden, zu überprüfen und solche, die von bleibendem Wert sind, zu verwahren, zu erhalten sowie allgemein nutzbar zu machen, heißt es auf der Homepage der Kommune. Das klingt schon etwas sperrig und nicht besonders spannend. Und mal ehrlich: Wer hat das Archiv am Marktplatz schon aufgesucht? Es werden wohl nicht gerade viele Einwohner Remsecks gewesen sein.

In neuen Räumen

Zum einen liegt das natürlich daran, dass das Remsecker Stadtarchiv erst seit Ende vergangenen Jahres im Kubus in der Neuen Mitte hoch überm Hechtkopf thront. Bis dahin befand es sich in einem alten Häuschen im Neckarremser Försterweg – und platzte schon seit Jahren aus allen Nähten. Nun wurde innerhalb der Stadtverwaltung ein neuer Fachbereich geschaffen, der Archiv, Registratur und Museen zusammenfasst. Und genau das macht die Einrichtung nach Meinung von Anke Steck, die diese Fachgruppe leitet, als Ganzes zum Schatz. „Das Stadtarchiv ist entgegen gängiger Klischees überhaupt nicht alt und verstaubt“, sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Einrichtung sei offen für alle. „Man kann gerne reinkommen und darf auch anfassen“, fügt sie lachend hinzu. Es gebe jede Menge Wissenswertes zu entdecken.

Neben dem erwähnten Verwaltungsschriftgut findet der Besucher zahlreiche alte Karten und Pläne, die Aufschluss über die Ortsentwicklung geben. Zu den meisten Remsecker Häusern sind Statikunterlagen vorhanden. Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden seit etwa 1880 wurden archiviert. Stadtgeschichtlich interessante Fotos gibt es in Hülle und Fülle. In einer kleinen Archivbibliothek sind Bücher und andere Veröffentlichungen über Remseck und den Landkreis Ludwigsburg zu finden. Zudem werden Gemälde mit Remseckbezug aufbewahrt sowie allerlei Geschenke aus den Partnerstädten und noch vieles andere mehr.

Arbeitsplätze für Besucher

„Wir wollen das Gedächtnis der Stadt sein“, sagt Anke Steck. Wichtig ist ihr eine lebendige Wissensvermittlung. Gerne unterstütze man Schüler und Studenten mit Informationen für Arbeiten und Referate. Sie sollen Spaß beim Recherchieren im Stadtarchiv haben, und Lust bekommen, Dinge zu hinterfragen. Das Stadtarchiv verfügt über gut ausgestattete Besucherarbeitsplätze. Die Benutzung des Archivs ist kostenlos. Ausleihen kann man die Dokumente nicht. Das Stadtarchiv bietet auch Vorträge sowie Führungen und unterstützt Projekttage der Schulen.

Info: Das Remsecker Stadtarchiv ist montags, dienstags, donnerstags und freitags jeweils von 8 bis 12 Uhr geöffnet, zudem donnerstags von 15.30 bis 18 Uhr. Unter der Telefonnummer (07146)28094810 und per E-Mail an archiv@remseck.de können auch andere Termine vereinbart werden.

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